Dienstag, 28. Oktober 2008

EKW Skandal 1 – Maximale Inkompetenz oder simple Intrige ?

Der Fall, der mir gestern bekannt wurde, ist so brisant, dass ich ohne Zögern die breite Öffentlichkeit darüber informieren MUSS, da es nicht sein kann, dass man imkompetente EKW Verantwortliche weiterhin ihr schräges Spiel treiben lässt oder dass es tatsächlich so ist, dass hier unkontrollierbar Intrigen und Schikanen an den Tag gelegt werden, für die der Ausdruck Vetternwirtschaft noch harmlos scheint. Eine Einigung mit dem Hauptzuchtwart des EKW war nicht zu erreichen.

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als den klaren Beweis, dass der EKW weder formal noch fachlich in der Lage ist, das Schilddrüsenscreening korrekt und auf Basis wissenschaftlich gültiger Ansichten zu handhaben. Dass dabei auch noch ein datenschutztechnisch zweifelhafter Umgang mit den von den Besitzern überlassenen Untersuchungsergebnissen an den Tag kam, macht die Sache noch sehr viel brisanter.
Zum konkreten Fall, der sich mir gestern (27.10.2008) in voller Gänze bot:
Die Fakten: Die Halter einer Hündin hatten alle Formalitäten zur Zucht beim Körmeister erledigt. Vor 4 Wochen teilte ihnen der Körmeister mit, dass sein PC kaputt sei (die Wahrscheinlichkeit für PC- Crashes ist bei EKW Aktiven unverhältnismäßig hoch). Vor 3 Wochen schliesslich teilte der Körmeister mit, dass die Unterlagen nur noch zur Körscheinstelle müssten. Gestern morgen rief besagter Körmeister bei der Familie an und teilte ihnen mit, dass wegen des etwas aus der Norm liegenden TSH Wertes, ein zweites Gutachten zur Schilddrüsenuntersuchung vorzulegen sei.

Hierzu die Mitgliederinfo des EKW zum Schilddrüsenscreening (liegt den Besitzern schriftlich vor, ist im Mitgliederbereich der EKW HP auch einzusehen):

Untersucht werden soll der fT4-Wert und wenn dieser zu niedrig ist, auch der TSH-Wert. Zudem soll eine Thyreoglobulin-Autoantikörper-Messung (TgAA oder TAK) durchgeführt werden.
Ausführungen hierzu sind in der EP 4/07, Seite 11, veröffentlicht.


Die Besitzer der Hündin waren simpel und einfach geschockt, als ihnen der Körmeister nun plötzlich sagte, dass ALLEINE der TSH Wert diese Entscheidung begründete.
Vollkommen im Gegensatz zu der den Besitzern vorliegenden Information.
Am Abend dann wurde ich von den Besitzern informiert und ich begann der Sache auf den Grund zu gehen. Ich bitte sie, meine folgende Aussage, von ihrem Tierarzt des Vertrauens auf seine Stichhaltigkeit prüfen zu lassen.
Bei Vorliegen eines aus der Norm liegenden fT4 Wert sollte der TSH Wert auch kontrolliert werden. Liegt auch hier eine Anomalie vor, dann ist der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung dann erhärtet, wenn auch auffällige Verhaltensänderungen bzw. – störungen vorliegen.
Der TSH Wert alleine, der auch beim gesunden Hund hohen, selbst tageszeitabhängigen Schwankungen unterliegen kann, kann für sich alleine niemals eine klare Anzeige für eine Schilddrüsenerkrankung darstellen.
Ich telefonierte zuerst mit der zuständigen Zuchtleiterin. Die Überraschung für mich war groß, als mir diese sagte, das sie über den besagten Fall überhaupt keine Information habe. In einer Antwort auf eine meiner Fragen an den Vorstand ist zu lesen:
Die Körungen sind Angelegenheiten der Landesgruppen.

Sehr amüsant, finden sie nicht?
Letztendlich hatte ich den Hauptzuchtwart an der Strippe. Kurz davor haben die Besitzer ebenfalls mit dem HZW telefoniert.
Die folgenden Aussagen des HZW sind beweisbar und ich betone, dass sowohl ich als auch die betroffenen Besitzer mit genau den gleichen Aussagen konfrontiert wurden.
Auf die Frage, warum plötzlich der TSH Wert ALLEINE eine Rechtfertigung für ein 2. Gutachten darstellt – ganz im Widerspruch zur Mitgliederinformation – kam eine Antwort, die mich gelinde gesagt ungehauen hat.
Sinngemäß: Ja, wenn der TSH Wert gemeldet wird, dann wird auch dieser für sich alleine bei Überschreiten der Norm als bedenklich gewertet und ein 2. Gutachten wird verlangt.
Auf die Frage, was jetzt passiert wäre, wenn die Besitzer nur den in der Norm liegenden fT4 Wert gemeldet hätten, blieb der HZW eine Antwort schuldig.
Wer also mehr tut, als einen normalen fT4 Wert zu melden, der wird offensichtlich bestraft – denn entgegen der klaren Information, dass der TSH Wert nur herangezogen wird, wenn der fT4 Wert aus der Norm ist, sagte der HZW hier klar aus, dass man dann mehr oder weniger halt selber schuld ist, wenn man dann einen aus der Norm liegenden, aber nach allgemeiner Ansicht nicht relevanten TSH Wert meldet – der HZW sieht diesen Wert dann sehr wohl als relevant an, um ein 2. Gutachten zu fordern.
Diese extreme Inkonsequenz in der Beurteilung der Ergebnisse und auch der ganzen Formalität der Untersuchung, kann ich nur noch mit maximaler Inkompetenz erklären, oder eben mit einer Schikane gegen die Besitzer – aber dazu am Ende mehr. Bleiben wir erst mal bei den reinen Fakten.
Der HZW sagt hier klar aus, dass Besitzer, die einen fT4-Normwert aber überhaupt keinen TSH Wert melden, alles richtig machen und von Seiten der Modalität des Schilddrüsenscreenings ihre Zuchtzulassung bekommen.
Besitzer, die einen fT4 Normwert und einen aus der Norm liegenden TSH Wert melden, sind hier die Gelackmeierten.
Wäre die Annahme des HZW, auch einen aus der Norm liegenden TSH Wert alleine für problematisch zu werten, korrekt, dann wäre der gegebene Modus des Screenings maximal imkompetent, denn er müsste dann den TSH Wert auf jeden Fall einfordern. Genau dies tut er aber nicht, wie der allgemeinen Information der Mitglieder eindeutig zu entnehmen ist.
Ich stellte daraufhin folgende Frage: Wenn die Besitzer nun ihre Hündin medikamentös einstellen würden und dann das 2. Gutachten machen würden, was wäre dann?
Die Antwort sinngemäß: Dies müssten dann die Besitzer mit ihrem Gewissen ausmachen.
Diese Antwort zeigt klar und deutlich: Wer ehrlich ist, ist immer der Dumme. Dieses Faktum ist dem HZW sogar klar und bewusst – er gibt hier offen zu, dass der EKW nicht den Hauch einer Chance hat, so es ein Besitzer darauf anlegt, seinen Hund bzgl. des Screenings als gesund hinzustellen, dies irgendwie zu unterbinden. Das gesamte Projekt des Schilddrüsenscreenings ist somit sowieso zweifelhaft.

Folgender Antrag, den ich zur letzten DV gestellt hatte, wurde aus Zeitmangel überhaupt nicht behandelt:
7. In beantrage, dass der ZA eine Analyse durchführt, die feststellt, ob es unter den Ahnen der im Schilddrüsenscreening positiv aufgefallenen Hunde, bestimmte, auffällig gehäuft auftretenden gemeinsame Ahnen gibt. Das Ergebnis möge der ZA den Delegierten mitteilen. Abhängig vom Ergebnis möge die nächste DV Maßnahmen beschließen.
Ich mache mir keine Illusion, der Antrag wäre natürlich abgelehnt worden, hätte er doch eine Chance dargestellt, dass man den Ursachen und den Verursachern der Problematik auf die Spur hätte kommen können – und das will einerseits die Mehrheit der Delegierten und andererseits auch der Zuchtausschuss auf keinen Fall. Die Mehrheiten in diesen Gremien scheinen eher die kompetenzfreie Vorgehensweise, wie dargelegt, zu unterstützen – oder – wenn tatsächlich Kompetenz vorhanden ist – Intrigen und Schikanen dieser Art bewusst zu decken. In beiden Fällen stellt sich die Frage, was dies mit dem Wohl der Rasse letztendlich zu tun hat.

Dass der Verdacht naheliegt, dass hier simpel und einfach eigene Interessen im Vordergrund stehen und nicht das Wohl der Rasse, zeigt ja auch der Umstand, dass folgender Antrag von mir auf der DV abgelehnt wurde:

Ich stelle folgenden Antrag an die DV:
Die DV möge beschließen, dass ALLE unbefristeten Zuchtzulassungen widerrufen werden.
Die unbefristete Zuchtzulassung ist erst dann wieder in Kraft zu setzen, wenn ein unbedenkliches Ergebnis einer Schilddrüsenuntersuchung vorliegt.
Begründung:
Die Regelung, bereits erteilte unbefristete Zuchtzulassungen bzgl. des Schilddrüsenscreenings nicht zu widerrufen, gefährdet die Population.
Es eröffnet sich so die Möglichkeit, dass belastete Tiere erneut belastete Nachkommen bzw. potentielle Vererber in die Welt setzen.
Bereits in 2007 wurde der Anteil der belasteten Tiere mit rund 5% angegeben. Der HZW kann die aktuelle Zahl sicher bekannt geben. Aber selbst bei 5% erkennbar belasteter Tiere ergibt sich ein theoretischer Anteil von rund 35 % an der Gesamtpopulation, die wenigstens ein beteiligtes Schlechtgen potentiell vererben können.
Das zeigt eindrucksvoll, dass eine Vernachlässigung gerade von Zuchttieren bzgl. des Screenings verantwortungslos zu nennen ist.
Hinzu kommt, dass es für die Halter von aktuell unbefristet zur Zucht zugelassenen Tieren kein größerer Aufwand ist, das Screening mitzumachen als für die Halter von neu zur Zucht zuzulassenden Tieren.


Eine weitere Aussage hat die betroffenen Besitzer aber auch mich letztendlich davon überzeugt, dass hier entweder maximale Inkompetenz von Seiten des HZW vorliegt oder eben eine pure Schikane bzw. Intrige.
Der HZW sagte sowohl in dem Telefonat mit mir als auch in dem Telefonat mit den Besitzern klar aus, dass er die eingereichten Untersuchungsergebnisse mit Tiermedizinern bespricht, da er selbst keine Beurteilung der Ergebnisse treffen möchte bzw. kann.
Ja, sie haben richtig gehört – einerseits ordnet der Zuchtausschuss unter Federführung des HZW ein Schilddrüsenscreening an, gibt einen Modus, wie dies gewertet wird, als Mitgliederinformation heraus, dem die Mitglieder entnehmen müssen, dass hier klare und objektive Regeln zur Anwendung kommen, und dann erfährt man, dass der HZW mit den Ergebnissen offensichtlich bei anderen Tiermedizinern damit haussieren geht und eine Bewertung einholt, die durchaus mal den mitgeteilten Regeln vollkommen widersprechen kann.
Die Besitzer haben dazu weder ihre Zustimmung gegeben, noch werden sie darüber informiert, so sie denn nicht, wie hier geschehen, massiv nachfragen.
Den datenschutztechnischen, höchst zweifelhaftern Aspekt so eines Vorgehens muss ich hier wohl nicht erwähnen.
Weiterhin hat der HZW klar ausgesagt, dass er die Untersuchungsergebnisse durchaus nicht immer mit dem gleichen Mediziner bespricht. Wie wählt er diese für den ein oder anderen Fall aus?
Es fiel der Name eines Spezialisten, mit dem der EKW ein Pauschalabkommen für die Schilddrüsenuntersuchung abgeschlossen hat. Da die hier angeführte Untersuchung NICHT von diesem Spezialisten durchgeführt wurde, könnte man auf den Verdacht kommen, dass man durch ein 2. Gutachten einfach diesem Spezialisten einen Gefallen tun möchte. Liegt dieser Verdacht so fern?
Weiterhin weise ich darauf hin, dass es keine Möglichkeit im EKW gibt, die Vorgehensweise bzgl. des Screenings von Seiten des HZWs bzw. des Zuchtausschusses in irgendeiner Weise unabhängig zu kontrollieren.
Der folgende Antrag, den ich ebenfalls auf der letzten DV gestellt habe und der wenigstens den Ansatz dafür geboten hätte, hier unabhängig zu kontrollieren, ob die Bewertungen der Ergebnisses in allen Fällen objektiv, gleich und gerecht gehandhabt werden, wurde – wen wunderts nun noch- von der Delegiertenversammlung abgelehnt.

Antrag zur DV des EKW am 27./28.9.2008
Antragsteller:
Johann Bucher (Delegierter LG Süd)
Die DV möge beschließen, eine Kommission von mindestens 2 Personen einzusetzen, die eine stichprobenartige Konsolidierung der elektronischen Hundedatenbank gegen die vorliegenden Dokumente vornimmt. Die Kommissionsmitglieder dürfen nicht gleichzeitig Mitglieder des ZA bzw. erweiterten ZA sein.
Begründung:
Soweit mir bekannt ist, wurde noch nie im EKW eine so geartete Konsolidierung durchgeführt. Alleine die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Laufe der vielen Jahre Eingabefehler eingeschlichen haben, rechtfertigt diese Maßnahme.
Weiterhin ist offensichtlich, dass ein Eingabefehler fatale Folgen in einer konkreten Zuchtplanung haben kann. Dieses Problem ist nicht nur ein vereinsinternes da sich ja auch die anderen IFEZ Vereine auf die Angaben verlassen müssen.
Modus:
Den Kommissionsmitgliedern ist eine Liste aller EKW Hunde auszuhändigen. Diese Liste enthält alle Angaben, die auch in der IFEZ Tauschdatei enthalten sind.
Die Kommission möge nach eigenem Ermessen mindestens 5% der lebenden EKW Hunde und ca. 1-2% der nicht mehr lebenden EKW Hunde (über die Angaben vorhanden sind) auswählen und diese Angaben gegen die vorliegenden Dokumente abgleichen. Dazu sind alle dem Verein vorliegenden Unterlagen der für die Stichproben ausgewählten Hunde an die Kommission zu übergeben. Das Ergebnis berichtet die Kommission an die DV.
Als Fazit aus dem geschilderten Fall bleibt:
Entweder beweist der HZW hier seine vollkommene Unfähigkeit, den Problemkreis „Schilddrüsenerkrankungen bei Eurasiern“ objektiv und für die Mitglieder korrekt abzuhandeln oder aber es liegt einfach eine reine Schikane oder gar Intrige gegen die betroffenen Besitzer vor.
Warum ich auf den Verdacht einer reinen Intrige verfalle, liegt darin begründet, wie man im Allgemeinen mit Kritikern im EKW umgeht. Der betroffenen Hund stammt aus meiner Zucht.
Nimmt man die Beteuerungen und Aussagen des HZWs ernst, dann bleibt nur das schlimme Resultat übrig, dass die Unehrlichen belohnt und die Ehrlichen bestraft werden.
Soll das so weiter gehen?
PS: Eine ganz besonders nette Tatsache sollte man nicht verschweigen. Der Hund , um den es hier geht, ziert folgende Seite des EKW (leider nur für Mitglieder einsehbar):

http://eurasier-klub.de/de/cms_member/m/html/mitglieder-bereich/information.html

Dienstag, 16. September 2008

Schallende Ohrfeige für den Tierschutz


Der VdH hat eine Änderung der Ausstellungsordnung beschlossen. Diese Änderung besagt, dass ab 1.1.2009 auch läufige Hündinnen ausgestellt werden dürfen.
(siehe: http://ausstellung.eurasier-klub.de/cms/html/ausstellungswesen/)

Ich persönlich möchte dies so kommentieren:

Ich wünsche denen, die diesen Beschluss herbeigeführt haben und allen, die ihn verteidigen, dass sie von einem Tag auf den anderen einen 1 Million mal feineren Geruchssinn entwickeln als sie ihn heute besitzen. Weiterhin soll dieser Personenkreis mindestens 2 mal im Jahr dazu genötigt werden, sich zu Massenveranstaltungen zu begeben, auf denen rund 1 % der Anwesenden, Frauen in ihren zeugungsfähigen Tagen sind.
Würde dieser Wunsch in Erfüllung gehen, dann wäre dieser Beschluss in wenigen Tagen vom Tisch.

Man hört als Begründung für diese Entscheidung, dass man sich internationalen Gepflogenheiten anpassen müsse. Warum fällt mir dazu sofort der derbe Spruch „Billionen von Fliegen können nicht irren, drum fresst Sch.... !“ ein?
Muss Internationalisierung grundsätzlich bedeuten, dass Nationen mit höherstehenden kulturellen Errungenschaften diese aufgeben müssen?
Es zeugt von großer Verantwortung, Verständnis und Respekt vor dem Geschöpf Hund, dass man wenigstens die feinen Sinne der Spezies nicht unnötig überfordert.

Ist schon die für den Hund unnatürliche Ansammlung von Hunderten bzw. Tausenden von Artgenossen auf Ausstellungen eine unerhörte Stresssituation für jeden Hund, wird diese Situation durch die Anwesenheit  paarungsbereiter Hündinnen, nicht nur für Rüden,  aufs unverantwortlichste verschärft.
Warum kann Internationalisierung nicht auch so aussehen, dass die Nationen, die im Hinblick auf Tierschutz nicht so weit fortgeschritten sind wie z.B. Deutschland, die unzweifelhaft sinnvollen Errungenschaften unseres Landes übernehmen? Eine Abschaffung kultureller Errungenschaften kann niemals ein sinnvolles Ziel  von Internationalisierung sein. Wenn überhaupt, dann könnte man noch an Toleranz gegenüber nicht so hoch entwickelten Nationen denken.
Es liegt der Verdacht nahe, dass Internationalisierung (oder besser „Globalisierung) in höher entwickelten Ländern immer dann auf fruchtbaren Boden fällt, wenn das damit gerechtfertigte Fallenlassen von Errungenschaften mit kommerziellen Vorteilen einhergeht. Es steht ja wohl außer Zweifel, dass die Zulassung läufiger Hündinnen den potentiellen Kreis der Ausstellungskandidaten vergrößert und damit auch die Aussicht auf erhöhte Einnahmen eröffnet.
Von den möglichen Folgen für den Absatz pharmazeutischer Erzeugnisse möchte ich hier gar nicht erst reden.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Jagdverhalten unserer Eurasier


Das Verhalten der Eurasier ist Gott sei Dank so individuell wie bei uns Menschen. Wenn man die diversen Dispute in Internetforen, auf Spaziergängen und anderen Veranstaltungen aufmerksam mit verfolgt, so kommt man unweigerlich zu diesem Schluss. Und es ist irgendwie komisch: die Hunde haben scheinbar überhaupt keine Ahnung von dem, was über ihr Verhalten und Wesen im Standard steht. Da sind einige Exemplare ganz schön störrisch.


Ich werde oft gefragt, wie es denn um den Jagdtrieb der Eurasier steht. Wenn man in den Standard schaut, dann steht dort wörtlich: ohne Jagdtrieb.


Das ist natürlich in dieser Radikalität vollkommener Unsinn. Sie werden Eurasier finden, die von „überhaupt kein Interesse“ bis zu „erfolgreichen Jägern“ das gesamte Spektrum abdecken. Auch das ein eindrucksvoller Beweis für die große genetische Varianz und die damit verbundene Robustheit und Gesundheit der Rasse.


Ob ein Welpeninteressent nun einen Hund bekommt, der von seiner Anlage her eher ein Nichtjäger ist, wird sich wohl erst weisen, wenn der Hund schon im Besitz des Interessenten ist. Klar, es mag Züchter geben, die mehr oder minder zusagen, dass der Welpe kein Jäger sein wird, aber ob sich dies dann in allen Fällen als korrekt herausstellt, sei dahingestellt.


Wir hatten bisher 2 Eurasierhündinnen. Diese beiden Hündinnen kann man nur als vollkommen unterschiedlich in Charakter und Wesen bezeichnen. Während die erste die „große Dame“ war, die sich erst mal grundsätzlich von keinem Fremden anfassen lies, war die zweite hier vollkommen anders. Es gab und gibt noch immer nichts wichtigeres als Menschen, abgesehen von Artgenossen.


In einem waren aber beide gleich: Sie waren Jägerinnen. Beide zwar erfolglose Jägerinnen, aber wenn man eine Katze, einen Hasen, ein Reh oder ein Eichhörnchen wahr nahm, dann machte es klick und der reine Trieb kam durch.


Beide lernten im Laufe der Jahre, dass sie die Beute nicht erwischen, deshalb wurden die Ausflüge auch immer kürzer.


Wir haben dagegen vor allem eines unternommen: Besser zu sein als die Hunde.


Damit meine ich, dass wir gelernt haben im Normalfall die Beute VOR dem Hund zu sehen, den Hund dann abzulenken, zu uns zu rufen und an die Leine zu nehmen bis die Gefahr vorbei ist.


Aber noch etwas anderes ist sehr wichtig. Wenn ihr Hund mal doch abgeht weil er doch mal besser war als sie, dann behalten sie die Ruhe. Warten sie, bis er wiederkommt, er wird wiederkommen. Und vor allem: Wenn er wiederkommt, schimpfen sie nicht. Zeigen sie ihm, dass sie vollkommen unbeeindruckt sind. Zeigen sie auf gar keinen Fall Hektik, das könnte ihr Hund als Bestätigung verstehen.


Bedenken sie gut, ob sie mit einem eventuell vorhandenen Jagdtrieb umgehen können, bevor sie sich einen Hund kaufen, der eventuell einen Jagdtrieb haben könnte.


Sie sind es, der das handhaben muss, der Hund kann es auch ohne sie, aber ob sie mit seiner Handhabung glücklich sind, ist die andere Frage.


Sicher ist nur: Nur sie alleine haben es in der Hand. Der Hund ist niemals schuld, wenn sie nicht damit umgehen können.


 

Dienstag, 10. Juni 2008

Zuchtplanung mit PC und Internet

Zuchtplanung mit dem PC ist wohl eher ein alter Hut. Aber bis jetzt arbeitet z.B. die Eurasiergemeinde, soweit mir bekannt, noch mit Programmen, die auf den jeweiligen PCs installiert werden müssen.


Dies scheint mir im Zeitalter des Internets eher antiquiert. Vor einiger Zeit habe ich begonnen eine Internetanwendung zu konzipieren, die es in Zukunft überflüssig macht, dass man irgendein Programm auf einem PC installieren muss.


Auch die Daten selbst sind auf dem Server zentral gelagert, update CDs sind überflüssig. Änderungen sind zeitnah bei den Zuchtplanern, die mit einem einfachen Internetzugangsprogramm  jederzeit an die Daten herankommen.


Für mich sehr überraschend war, dass mein eigener Verein überhaupt kein Interesse an dieser Anwendung zeigt.
Ich habe diese Anwendung schon vor Monaten dem Zuchtauschuss meines Vereines gezeigt - bis heute habe ich allerdings nicht einmal eine Rückmeldung erhalten.


Näheres lesen Sie hier


Mittwoch, 4. Juni 2008

Augen auf beim Welpenkauf

Wenn Sie sich für einen Rassehundwelpen interessieren, dann haben Sie 2 Möglichkeiten, Ihre Kaufentscheidung zu treffen:


1. Sie verlassen sich auf das, was man Ihnen sagt.
2. Sie verlangen für alles, was man Ihnen sagt, einen Beleg.


Warum glauben Sie, halte ich von der 1. Alternative gar nichts?


Richtig, weil mir meine jahrelange Erfahrung zeigt, dass die Weigerung eines Züchters oder eines Zuchtvereines, das, was man oft so vollmundig  behauptet, auch zu belegen (durch tierärztl. Atteste oder im Falle von HD eben durch die von einem zugelassenen Auswerter für HD Rüntgenbilder angefertigte Beurteilung oder ganz einfach durch einen Besuch während der Welpenaufzucht), nicht ohne Grund geschieht.
Wenn ein Züchter oder ein Vereinsverantwortlicher mit Phrasen wie "das sichert doch unser Verein ab" oder "darauf können Sie sich 100%ig verlassen" ankommt und auf die Bitte nach den Belegen für die jeweilige Aussage abwiegelt und auf der Vertrauensschiene rumreitet, dann sollten Sie nicht locker lassen.
Wenn man Ihnen die Belege trotzdem verweigert, dann würde ich persönlich in so einem Fall von einem Kauf Abstand nehmen.
Angaben über die rassespezifischen Erbkrankheiten der Eltern würde ich OHNE Einsicht in die tierärztlichen Atteste nicht glauben. Einem Gesundheitszeugnis für den von Ihnen zu erwerbenden Welpen sollten Sie nur insofern Beachtung schenken, als dass so ein Zeugnis nicht mehr und nicht weniger aussagen kann, als dass der Welpe zum Zeitpunkt der Untersuchung eben diesen Gesundheitszustand aufwies. Eine Vorhersage in Hinblick auf die Ausbildung eventueller Erbkrankheiten kann so ein Gesundheitszeugnis nicht abgeben.
Achten Sie auf gesunde Eltern des Welpen. Idealerweise geben seriöse Züchter auch noch Angaben über die Verwandschaft der Eltern an Sie weiter.
Je gesünder die Familie, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr Welpe gesund ist und in Verlauf seines Lebens nicht von rassespezifischen Erbkrankheiten geplagt wird.
Für unsere Eurasier finden Sie eine spezielle Checkliste, auf was Sie achten sollten und was Sie sich belegen lassen sollten, HIER


Montag, 18. Februar 2008

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Seltene Erbkrankheit bei US Eurasiern



Seltene Erbkrankheit bei US Eurasiern



(find here the English version)

Eine Züchterin aus USA berichtete bereits Mitte 2007 über das Auftreten der (bis jetzt) in der Population der Eurasier seltenen Erbkrankheit „epidermolysis bullosa“ – oder kurz- EB.


Montag, 11. Februar 2008

Eurasierwelpen und Internetwerbung

Auf diversen Ramsch- und Flohmarktseiten finden sich Inserate mit Angeboten von Hundewelpen. Vom Mischling bis zum Rassehund findet sich hier alles- auch Eurasierwelpen.


Zwischen Nicht VdH-Züchtern und Angeboten aus dem Ausland finden sich auch Inserate von Züchtern aus den VdH Vereinen und sogar Anzeigen von den Vereinen selbst.


Wird dies dazu beitragen, den RUF der Euasier, die in VdH Vereinen erzüchtet wurden, zu fördern? Sind nicht gerade die in den VdH Eurasiervereinen erzüchteten Eurasier von besonderer Qualität? Müssen sich diese Eurasier in der Werbung tatsächlich mit den Wildzuchten messen?


Ich denke - NEIN !


Die Eurasiervereine im VdH täten gut daran, ihre Eurasier zu einer "BRAND" zu machen - zu einer absolut eindeutigen MARKE, die den Welpeninteressenten so ins Blut geht wie das Synonym für Papiertaschentücher. Dieses Ziel ist nicht in wenigen Wochen zu erreichen , dazu braucht es vor allem Ausdauer und Kreativität. Das man dazu vor allem Funk und Fersehen mit ins Boot ziehen muss, ist ziemlich offensichtlich. Auch wäre es sicher der "Marke" VdH- Eurasier zuträglich, wenn der ein oder andere Prominente einen Eurasier sein eigen nennen würde.



Wenn sich die Züchter, die aufgrund ihrer Ausbildung und ihres Hintergrundes in VdH Vereinen auf die gleiche Werbestufe stellen, wie die Wildzüchter, dann muss es nicht verwunern, wenn Welpeninteressenten eben auch bei Wildzüchtern kaufen - dann zählt halt der Preis!


Hätten nicht gerade die gut organisierten VdH Vereine die Möglichkeit, sich hier deutlich abzusetzen?


Wer sich in  "die KOnkurrenz" begibt, muss sich nicht wundern, wenn er darin zermalmt wird. Dies wiegt umso schlimmer, als es in den VdH Vereinen ja nicht vordergründig um "den Absatz" von Welpen geht sondern um " die Zucht gesunder Hunde".


Wenn sich nun die VdH Vereine in Werbekonkurrenz mit den Wildzüchtern begeben, dann darf es  nicht verwundern, wenn bei den Interessenten auch der Eindruck entsteht, dass ja die Zucht innerhalb des VdH gar kein besonderes Markenzeichen darstellt.


Dies wiegt umso schlimmer, wenn es sich um aufgeklärte Interessenten handelt, die nicht "mal schnell" einen Hund kaufen wollen, sondern sich gewissenhaft mit der Wahl der Rasse und des Züchters beschäftigen wollen. Wie stehen diese für jede Rasse "wertvollen" Intereressenten da, wenn sie sehen müssen, dass sich die Rassehundezüchter im VdH in direkte Konkurrenz zu Welpenproduzenten begeben? Was bringt dies für den Ruf der unter VdH Obhut kontrollierten Zucht mit sich?


Sicher nicht das, was diesem Ruf förderlich wäre.


 

Dienstag, 22. Januar 2008

Eurasierartikel in WUFF 6/2007

 


Eurasierartikel in WUFF 6/2007

Nachdem der zeitliche Bezug zu groß ist, um die folgende Erwiderung als Leserbrief in WUFF abzudrucken, bringe ich für alle interessierten Leser diesen Artikel auf meinem WebLog.


Den unten stehenden Text habe ich bereits vor Weihnachten 2007 dem EKW Vorstand und zahlreichen Delegierten vorgestellt. Als zentrale Reaktion erhielt ich einen Hinweis vom Hauptzuchtwart des EKW, dass ich im Falle einer Veröffentlichung doch darauf hinweisen möge, dass es sich NICHT um die konsolidierte Meinung des EKW handelt.


Dies tue ich hiermit sehr gerne und betone, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt, die ich hier äußere.


Die Reaktion des Hauptzuchtwartes zeigt mir, dass der reformierte EKW die Meinungsfreiheit sehr ernst nimmt. Dafür bin ich sehr dankbar.


Die Ausführungen von H. Prof Kotrschal bedürfen in Teilen einer näheren Erläuterung, die ich im folgenden geben möchte.