Dienstag, 16. September 2008

Schallende Ohrfeige für den Tierschutz


Der VdH hat eine Änderung der Ausstellungsordnung beschlossen. Diese Änderung besagt, dass ab 1.1.2009 auch läufige Hündinnen ausgestellt werden dürfen.
(siehe: http://ausstellung.eurasier-klub.de/cms/html/ausstellungswesen/)

Ich persönlich möchte dies so kommentieren:

Ich wünsche denen, die diesen Beschluss herbeigeführt haben und allen, die ihn verteidigen, dass sie von einem Tag auf den anderen einen 1 Million mal feineren Geruchssinn entwickeln als sie ihn heute besitzen. Weiterhin soll dieser Personenkreis mindestens 2 mal im Jahr dazu genötigt werden, sich zu Massenveranstaltungen zu begeben, auf denen rund 1 % der Anwesenden, Frauen in ihren zeugungsfähigen Tagen sind.
Würde dieser Wunsch in Erfüllung gehen, dann wäre dieser Beschluss in wenigen Tagen vom Tisch.

Man hört als Begründung für diese Entscheidung, dass man sich internationalen Gepflogenheiten anpassen müsse. Warum fällt mir dazu sofort der derbe Spruch „Billionen von Fliegen können nicht irren, drum fresst Sch.... !“ ein?
Muss Internationalisierung grundsätzlich bedeuten, dass Nationen mit höherstehenden kulturellen Errungenschaften diese aufgeben müssen?
Es zeugt von großer Verantwortung, Verständnis und Respekt vor dem Geschöpf Hund, dass man wenigstens die feinen Sinne der Spezies nicht unnötig überfordert.

Ist schon die für den Hund unnatürliche Ansammlung von Hunderten bzw. Tausenden von Artgenossen auf Ausstellungen eine unerhörte Stresssituation für jeden Hund, wird diese Situation durch die Anwesenheit  paarungsbereiter Hündinnen, nicht nur für Rüden,  aufs unverantwortlichste verschärft.
Warum kann Internationalisierung nicht auch so aussehen, dass die Nationen, die im Hinblick auf Tierschutz nicht so weit fortgeschritten sind wie z.B. Deutschland, die unzweifelhaft sinnvollen Errungenschaften unseres Landes übernehmen? Eine Abschaffung kultureller Errungenschaften kann niemals ein sinnvolles Ziel  von Internationalisierung sein. Wenn überhaupt, dann könnte man noch an Toleranz gegenüber nicht so hoch entwickelten Nationen denken.
Es liegt der Verdacht nahe, dass Internationalisierung (oder besser „Globalisierung) in höher entwickelten Ländern immer dann auf fruchtbaren Boden fällt, wenn das damit gerechtfertigte Fallenlassen von Errungenschaften mit kommerziellen Vorteilen einhergeht. Es steht ja wohl außer Zweifel, dass die Zulassung läufiger Hündinnen den potentiellen Kreis der Ausstellungskandidaten vergrößert und damit auch die Aussicht auf erhöhte Einnahmen eröffnet.
Von den möglichen Folgen für den Absatz pharmazeutischer Erzeugnisse möchte ich hier gar nicht erst reden.