Dienstag, 28. Oktober 2008

EKW Skandal 1 – Maximale Inkompetenz oder simple Intrige ?

Der Fall, der mir gestern bekannt wurde, ist so brisant, dass ich ohne Zögern die breite Öffentlichkeit darüber informieren MUSS, da es nicht sein kann, dass man imkompetente EKW Verantwortliche weiterhin ihr schräges Spiel treiben lässt oder dass es tatsächlich so ist, dass hier unkontrollierbar Intrigen und Schikanen an den Tag gelegt werden, für die der Ausdruck Vetternwirtschaft noch harmlos scheint. Eine Einigung mit dem Hauptzuchtwart des EKW war nicht zu erreichen.

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als den klaren Beweis, dass der EKW weder formal noch fachlich in der Lage ist, das Schilddrüsenscreening korrekt und auf Basis wissenschaftlich gültiger Ansichten zu handhaben. Dass dabei auch noch ein datenschutztechnisch zweifelhafter Umgang mit den von den Besitzern überlassenen Untersuchungsergebnissen an den Tag kam, macht die Sache noch sehr viel brisanter.
Zum konkreten Fall, der sich mir gestern (27.10.2008) in voller Gänze bot:
Die Fakten: Die Halter einer Hündin hatten alle Formalitäten zur Zucht beim Körmeister erledigt. Vor 4 Wochen teilte ihnen der Körmeister mit, dass sein PC kaputt sei (die Wahrscheinlichkeit für PC- Crashes ist bei EKW Aktiven unverhältnismäßig hoch). Vor 3 Wochen schliesslich teilte der Körmeister mit, dass die Unterlagen nur noch zur Körscheinstelle müssten. Gestern morgen rief besagter Körmeister bei der Familie an und teilte ihnen mit, dass wegen des etwas aus der Norm liegenden TSH Wertes, ein zweites Gutachten zur Schilddrüsenuntersuchung vorzulegen sei.

Hierzu die Mitgliederinfo des EKW zum Schilddrüsenscreening (liegt den Besitzern schriftlich vor, ist im Mitgliederbereich der EKW HP auch einzusehen):

Untersucht werden soll der fT4-Wert und wenn dieser zu niedrig ist, auch der TSH-Wert. Zudem soll eine Thyreoglobulin-Autoantikörper-Messung (TgAA oder TAK) durchgeführt werden.
Ausführungen hierzu sind in der EP 4/07, Seite 11, veröffentlicht.


Die Besitzer der Hündin waren simpel und einfach geschockt, als ihnen der Körmeister nun plötzlich sagte, dass ALLEINE der TSH Wert diese Entscheidung begründete.
Vollkommen im Gegensatz zu der den Besitzern vorliegenden Information.
Am Abend dann wurde ich von den Besitzern informiert und ich begann der Sache auf den Grund zu gehen. Ich bitte sie, meine folgende Aussage, von ihrem Tierarzt des Vertrauens auf seine Stichhaltigkeit prüfen zu lassen.
Bei Vorliegen eines aus der Norm liegenden fT4 Wert sollte der TSH Wert auch kontrolliert werden. Liegt auch hier eine Anomalie vor, dann ist der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung dann erhärtet, wenn auch auffällige Verhaltensänderungen bzw. – störungen vorliegen.
Der TSH Wert alleine, der auch beim gesunden Hund hohen, selbst tageszeitabhängigen Schwankungen unterliegen kann, kann für sich alleine niemals eine klare Anzeige für eine Schilddrüsenerkrankung darstellen.
Ich telefonierte zuerst mit der zuständigen Zuchtleiterin. Die Überraschung für mich war groß, als mir diese sagte, das sie über den besagten Fall überhaupt keine Information habe. In einer Antwort auf eine meiner Fragen an den Vorstand ist zu lesen:
Die Körungen sind Angelegenheiten der Landesgruppen.

Sehr amüsant, finden sie nicht?
Letztendlich hatte ich den Hauptzuchtwart an der Strippe. Kurz davor haben die Besitzer ebenfalls mit dem HZW telefoniert.
Die folgenden Aussagen des HZW sind beweisbar und ich betone, dass sowohl ich als auch die betroffenen Besitzer mit genau den gleichen Aussagen konfrontiert wurden.
Auf die Frage, warum plötzlich der TSH Wert ALLEINE eine Rechtfertigung für ein 2. Gutachten darstellt – ganz im Widerspruch zur Mitgliederinformation – kam eine Antwort, die mich gelinde gesagt ungehauen hat.
Sinngemäß: Ja, wenn der TSH Wert gemeldet wird, dann wird auch dieser für sich alleine bei Überschreiten der Norm als bedenklich gewertet und ein 2. Gutachten wird verlangt.
Auf die Frage, was jetzt passiert wäre, wenn die Besitzer nur den in der Norm liegenden fT4 Wert gemeldet hätten, blieb der HZW eine Antwort schuldig.
Wer also mehr tut, als einen normalen fT4 Wert zu melden, der wird offensichtlich bestraft – denn entgegen der klaren Information, dass der TSH Wert nur herangezogen wird, wenn der fT4 Wert aus der Norm ist, sagte der HZW hier klar aus, dass man dann mehr oder weniger halt selber schuld ist, wenn man dann einen aus der Norm liegenden, aber nach allgemeiner Ansicht nicht relevanten TSH Wert meldet – der HZW sieht diesen Wert dann sehr wohl als relevant an, um ein 2. Gutachten zu fordern.
Diese extreme Inkonsequenz in der Beurteilung der Ergebnisse und auch der ganzen Formalität der Untersuchung, kann ich nur noch mit maximaler Inkompetenz erklären, oder eben mit einer Schikane gegen die Besitzer – aber dazu am Ende mehr. Bleiben wir erst mal bei den reinen Fakten.
Der HZW sagt hier klar aus, dass Besitzer, die einen fT4-Normwert aber überhaupt keinen TSH Wert melden, alles richtig machen und von Seiten der Modalität des Schilddrüsenscreenings ihre Zuchtzulassung bekommen.
Besitzer, die einen fT4 Normwert und einen aus der Norm liegenden TSH Wert melden, sind hier die Gelackmeierten.
Wäre die Annahme des HZW, auch einen aus der Norm liegenden TSH Wert alleine für problematisch zu werten, korrekt, dann wäre der gegebene Modus des Screenings maximal imkompetent, denn er müsste dann den TSH Wert auf jeden Fall einfordern. Genau dies tut er aber nicht, wie der allgemeinen Information der Mitglieder eindeutig zu entnehmen ist.
Ich stellte daraufhin folgende Frage: Wenn die Besitzer nun ihre Hündin medikamentös einstellen würden und dann das 2. Gutachten machen würden, was wäre dann?
Die Antwort sinngemäß: Dies müssten dann die Besitzer mit ihrem Gewissen ausmachen.
Diese Antwort zeigt klar und deutlich: Wer ehrlich ist, ist immer der Dumme. Dieses Faktum ist dem HZW sogar klar und bewusst – er gibt hier offen zu, dass der EKW nicht den Hauch einer Chance hat, so es ein Besitzer darauf anlegt, seinen Hund bzgl. des Screenings als gesund hinzustellen, dies irgendwie zu unterbinden. Das gesamte Projekt des Schilddrüsenscreenings ist somit sowieso zweifelhaft.

Folgender Antrag, den ich zur letzten DV gestellt hatte, wurde aus Zeitmangel überhaupt nicht behandelt:
7. In beantrage, dass der ZA eine Analyse durchführt, die feststellt, ob es unter den Ahnen der im Schilddrüsenscreening positiv aufgefallenen Hunde, bestimmte, auffällig gehäuft auftretenden gemeinsame Ahnen gibt. Das Ergebnis möge der ZA den Delegierten mitteilen. Abhängig vom Ergebnis möge die nächste DV Maßnahmen beschließen.
Ich mache mir keine Illusion, der Antrag wäre natürlich abgelehnt worden, hätte er doch eine Chance dargestellt, dass man den Ursachen und den Verursachern der Problematik auf die Spur hätte kommen können – und das will einerseits die Mehrheit der Delegierten und andererseits auch der Zuchtausschuss auf keinen Fall. Die Mehrheiten in diesen Gremien scheinen eher die kompetenzfreie Vorgehensweise, wie dargelegt, zu unterstützen – oder – wenn tatsächlich Kompetenz vorhanden ist – Intrigen und Schikanen dieser Art bewusst zu decken. In beiden Fällen stellt sich die Frage, was dies mit dem Wohl der Rasse letztendlich zu tun hat.

Dass der Verdacht naheliegt, dass hier simpel und einfach eigene Interessen im Vordergrund stehen und nicht das Wohl der Rasse, zeigt ja auch der Umstand, dass folgender Antrag von mir auf der DV abgelehnt wurde:

Ich stelle folgenden Antrag an die DV:
Die DV möge beschließen, dass ALLE unbefristeten Zuchtzulassungen widerrufen werden.
Die unbefristete Zuchtzulassung ist erst dann wieder in Kraft zu setzen, wenn ein unbedenkliches Ergebnis einer Schilddrüsenuntersuchung vorliegt.
Begründung:
Die Regelung, bereits erteilte unbefristete Zuchtzulassungen bzgl. des Schilddrüsenscreenings nicht zu widerrufen, gefährdet die Population.
Es eröffnet sich so die Möglichkeit, dass belastete Tiere erneut belastete Nachkommen bzw. potentielle Vererber in die Welt setzen.
Bereits in 2007 wurde der Anteil der belasteten Tiere mit rund 5% angegeben. Der HZW kann die aktuelle Zahl sicher bekannt geben. Aber selbst bei 5% erkennbar belasteter Tiere ergibt sich ein theoretischer Anteil von rund 35 % an der Gesamtpopulation, die wenigstens ein beteiligtes Schlechtgen potentiell vererben können.
Das zeigt eindrucksvoll, dass eine Vernachlässigung gerade von Zuchttieren bzgl. des Screenings verantwortungslos zu nennen ist.
Hinzu kommt, dass es für die Halter von aktuell unbefristet zur Zucht zugelassenen Tieren kein größerer Aufwand ist, das Screening mitzumachen als für die Halter von neu zur Zucht zuzulassenden Tieren.


Eine weitere Aussage hat die betroffenen Besitzer aber auch mich letztendlich davon überzeugt, dass hier entweder maximale Inkompetenz von Seiten des HZW vorliegt oder eben eine pure Schikane bzw. Intrige.
Der HZW sagte sowohl in dem Telefonat mit mir als auch in dem Telefonat mit den Besitzern klar aus, dass er die eingereichten Untersuchungsergebnisse mit Tiermedizinern bespricht, da er selbst keine Beurteilung der Ergebnisse treffen möchte bzw. kann.
Ja, sie haben richtig gehört – einerseits ordnet der Zuchtausschuss unter Federführung des HZW ein Schilddrüsenscreening an, gibt einen Modus, wie dies gewertet wird, als Mitgliederinformation heraus, dem die Mitglieder entnehmen müssen, dass hier klare und objektive Regeln zur Anwendung kommen, und dann erfährt man, dass der HZW mit den Ergebnissen offensichtlich bei anderen Tiermedizinern damit haussieren geht und eine Bewertung einholt, die durchaus mal den mitgeteilten Regeln vollkommen widersprechen kann.
Die Besitzer haben dazu weder ihre Zustimmung gegeben, noch werden sie darüber informiert, so sie denn nicht, wie hier geschehen, massiv nachfragen.
Den datenschutztechnischen, höchst zweifelhaftern Aspekt so eines Vorgehens muss ich hier wohl nicht erwähnen.
Weiterhin hat der HZW klar ausgesagt, dass er die Untersuchungsergebnisse durchaus nicht immer mit dem gleichen Mediziner bespricht. Wie wählt er diese für den ein oder anderen Fall aus?
Es fiel der Name eines Spezialisten, mit dem der EKW ein Pauschalabkommen für die Schilddrüsenuntersuchung abgeschlossen hat. Da die hier angeführte Untersuchung NICHT von diesem Spezialisten durchgeführt wurde, könnte man auf den Verdacht kommen, dass man durch ein 2. Gutachten einfach diesem Spezialisten einen Gefallen tun möchte. Liegt dieser Verdacht so fern?
Weiterhin weise ich darauf hin, dass es keine Möglichkeit im EKW gibt, die Vorgehensweise bzgl. des Screenings von Seiten des HZWs bzw. des Zuchtausschusses in irgendeiner Weise unabhängig zu kontrollieren.
Der folgende Antrag, den ich ebenfalls auf der letzten DV gestellt habe und der wenigstens den Ansatz dafür geboten hätte, hier unabhängig zu kontrollieren, ob die Bewertungen der Ergebnisses in allen Fällen objektiv, gleich und gerecht gehandhabt werden, wurde – wen wunderts nun noch- von der Delegiertenversammlung abgelehnt.

Antrag zur DV des EKW am 27./28.9.2008
Antragsteller:
Johann Bucher (Delegierter LG Süd)
Die DV möge beschließen, eine Kommission von mindestens 2 Personen einzusetzen, die eine stichprobenartige Konsolidierung der elektronischen Hundedatenbank gegen die vorliegenden Dokumente vornimmt. Die Kommissionsmitglieder dürfen nicht gleichzeitig Mitglieder des ZA bzw. erweiterten ZA sein.
Begründung:
Soweit mir bekannt ist, wurde noch nie im EKW eine so geartete Konsolidierung durchgeführt. Alleine die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Laufe der vielen Jahre Eingabefehler eingeschlichen haben, rechtfertigt diese Maßnahme.
Weiterhin ist offensichtlich, dass ein Eingabefehler fatale Folgen in einer konkreten Zuchtplanung haben kann. Dieses Problem ist nicht nur ein vereinsinternes da sich ja auch die anderen IFEZ Vereine auf die Angaben verlassen müssen.
Modus:
Den Kommissionsmitgliedern ist eine Liste aller EKW Hunde auszuhändigen. Diese Liste enthält alle Angaben, die auch in der IFEZ Tauschdatei enthalten sind.
Die Kommission möge nach eigenem Ermessen mindestens 5% der lebenden EKW Hunde und ca. 1-2% der nicht mehr lebenden EKW Hunde (über die Angaben vorhanden sind) auswählen und diese Angaben gegen die vorliegenden Dokumente abgleichen. Dazu sind alle dem Verein vorliegenden Unterlagen der für die Stichproben ausgewählten Hunde an die Kommission zu übergeben. Das Ergebnis berichtet die Kommission an die DV.
Als Fazit aus dem geschilderten Fall bleibt:
Entweder beweist der HZW hier seine vollkommene Unfähigkeit, den Problemkreis „Schilddrüsenerkrankungen bei Eurasiern“ objektiv und für die Mitglieder korrekt abzuhandeln oder aber es liegt einfach eine reine Schikane oder gar Intrige gegen die betroffenen Besitzer vor.
Warum ich auf den Verdacht einer reinen Intrige verfalle, liegt darin begründet, wie man im Allgemeinen mit Kritikern im EKW umgeht. Der betroffenen Hund stammt aus meiner Zucht.
Nimmt man die Beteuerungen und Aussagen des HZWs ernst, dann bleibt nur das schlimme Resultat übrig, dass die Unehrlichen belohnt und die Ehrlichen bestraft werden.
Soll das so weiter gehen?
PS: Eine ganz besonders nette Tatsache sollte man nicht verschweigen. Der Hund , um den es hier geht, ziert folgende Seite des EKW (leider nur für Mitglieder einsehbar):

http://eurasier-klub.de/de/cms_member/m/html/mitglieder-bereich/information.html