Montag, 28. Dezember 2009

Eurasier und ihre Krankheiten

Kranke Eurasier sind nach wie vor in weiten Kreisen der etablierten Eurasiergemeinde ein Tabuthema.  Dieses Tabu werde ich in den nächsten Monaten brechen und in unregelmäßigen Abständen über Eurasier und ihre Krankheiten berichten.
Ein Grund dafür ist auch ein Fall, der mir vor kurzen bekannt wurde. Hier durchlief die Besitzerin eines Eurasiers eine wahre Odyssee, bis sie letztendlich an einen mutigen Tierarzt geriet, der ihren Hund auf Schilddrüseninsuiffizienz untersuchte. Da in diesem Fall die Symptome durchaus verwirrend waren und sogar ein Tierarzt auf die Idee verfiel, den Hund auf Reisekrankheit zu therapieren, hätte sich die Besitzerin gewünscht, das sie von ihrem Verein auf Krankheiten in der Familie des Hundes hingewiesen worden wäre. So informiert hätte sie den Tierarzt sehr viel gezielter um eine Diagnose bitten können und sich so viel Zeit, Geld und vor allem Aufregung ersparen können.
Es ist vollkommen unverständlich, dass die Vereine offensichtlich nicht einmal die eigenen Mitglieder über auftretende Krankheiten in den Familien der Hunde informieren. Vor allem Krankheiten, die einen erblichen Anteil besitzen bzw. vermuten lassen, müssten den Besitzern von Hunden der näheren Verwandschaft des jeweils erkrankten Hundes zeitnah mitgeteilt werden. Auf diese Weise könnte im Verdachtsfall sehr viel gezielter diagnostiziert werden und viel unnötiger Aufwand gespart werden.
Leider gibt es immer noch Eurasierbesitzer, die sich sogar verbitten, dass über eine Krankheit ihres Eurasiers irgendetwas an andere Personen weitergegeben wird. Diese Besitzer sind letztendlich die Totengräber der ganzen Rasse, da sie nicht im Ansatz verstanden haben, wie wichtig es ist, Informationen über vererbbare Krankheiten an die GESAMTE Eurasiergemeinde zu melden.
Noch um vieles schlimmer und für die Rasse als Ganzes höchst gefährlich sind die Züchter, die eine Erwähnung eines in ihrer Zuchtstätte erzüchteten Hundes im Zusammenhang mit einer Krankheit als Rufschädigung betrachten. Genau dieser Geist ist letztendlich auch bei sogenannten Hobbyzüchtern der Beweis ihrer reinen Kommerzorientierung, die einen tadellosen eigenen Ruf über das Wohl der Rasse als Ganzes stellen.
Solange die Vereine und Verbände diesen Geist nicht durch entsprechende Satzungen ausrotten (was ohne weiteres möglich wäre), solange werden eben diese Vereine und Verbände auch den Makel nicht los, dass sie selbst dem Kommerz eine Bedeutung zu gestehen, der den Beteuerungen in den Publikationen diametral entgegen steht.
Ich werde natürlich nicht die vollen Namen der jeweiligen Hunde nennen, da ich nicht davon ausgehen kann, dass die jeweiligen Besitzer und Züchter zu den  Einsichtigen gehören. Über die Besitzer und Züchter geben meine Quellen originär sowieso keine Auskunft, da persönliche Daten darin nicht enthalten sind.
Wer immer sich an mich wendet und anomysierte Auskünfte über die aufgetretenen Krankheiten in der Familie seines Hundes erbittet, wird von mir mit einer Fragenliste versorgt, die er den Zuchtverantwortlichen seines Vereines vorlegen kann. Die Antworten auf diese Fragen sollte er sich dann schriftlich von seinem Verein geben lassen. So ausgerüstet, kann man dann im Falle eines Falles dem behandelnden Tierarzt sehr viel bessere Informationen liefern, um erheblich schneller eine Diagnose zu stellen.
Sollten sie auf die Fragen KEINE Antworten bekommen, dann ist es an Ihnen, zu entscheiden, ob sie dieses akzeptieren oder ihre Kraft dafür einsetzen, das sich dies in ihrem Verein ändert. Die Macht dazu haben sie - sie wählen die Vereinsverantwortlichen.

Ich bitte um Verständnis, dass ich Anfragen erst ab Mitte Januar 2010 bearbeiten kann.

Freitag, 13. November 2009

Vereinsoffizielle und Kritik

Dies ist nur eine kurze Info darüber, was mir passiert ist, als ich an einige Offizielle meines Vereines ein Mail geschickt habe, in dem ich auf den Bericht aus dem Vorgängerbeitrag hingewiesen habe.
1. Die Richterobmännin verbietet mir in ihrer Antwort auf das Mail, dass ich ihr weitere Mails schicke.
2. Eine stellvertretende Zuchtleiterin verbietet mir, dass ich ihr weitere Mails schicke.

All das, OHNE jeglichen Kommentar. Kann man daraus schliessen, dass diese Personen für diesen Bericht überhaupt kein Verständnis aufbringen? Kann man daraus schliessen, dass es Tendenzen gibt, diesen Bericht einfach tot zu schweigen?

Was soll man davon halten???


Montag, 19. Oktober 2009

Schwarzbuch Hund - von Chris Jung

Ich erachte dieses Buch als eines der wichtigsten Druckerzeugnisse der letzten 15 Jahre auf dem Gebiet des  Hundewesens im allgemeinen und zum Thema Rassehunde im speziellen. 
Chris Jung erläutert auf eindrucksvollste Weise und mit großem Fingerspitzengefühl für jüngste Forschungsergebnisse die Hundwerdung der Wolfsabkömmlinge. Dabei zeigt er überzeugend auf, dass die Hundwerdung nur unter Berücksichtigung der Evolution des Menschen schlüssig erklärt werden kann. Aber er geht noch weiter: Er zeigt auch auf, dass die Evolution des Menschen OHNE den Hund mit Sicherheit anders verlaufen wäre als sie es letztendlich ist.
Diese durchaus revolutionären Denkansätze lassen den Hund als besten Freund des Menschen in einem neuen Licht erscheinen.
Alleine diese Gedankengängen machen dieses Buch zu einer Pflichtlektüre für echte Hundefreunde und jene, die es werden wollen. Jeder Welpeninteressent sollte dieses Buch lesen BEVOR er sich zum Kauf eines Hundewelpen entscheidet.
Chris Jung beleuchtet den Kommerz um den Rassehund und die daraus resultierende Geringschätzung des Hundewohls. Auch die Scheinheiligkeit diverser Verbände und Vereine, die letztendlich am Niedergang so vieler Hunderassen mit Schuld sind und sich hinter religionsartigen, unbeweisbaren Behauptungen verschanzen, versucht der Autor zu schildern. 
Er prangert das Fehlen jeglicher unabhängiger Qualitätskontrollen in der Rassehundezucht an und belegt eindruckvoll das Vorgehen des sektenartigen Kartells der Rassehundezucht in der sich die Produzentenlobby zum Nachteil der Welpenkäufer selber hochlobt und messiasgleich als den einzigen Heilbringer der Hundezucht hochstilisiert. Das Schwarzbuch Hund versetzt den unbedarften Hundeinteressenten in die Lage, diese Mechanismen zu durchschauen und nicht darauf hereinzufallen.



Schwarzbuch Hund
Die Menschen und ihr bester Freund.

Paperback, kartoniert
280 Seiten
ISBN: 3837030636
EAN: 9783837030631
24,90 Euro

Montag, 12. Oktober 2009

Einmal mit dem Hund auf einer Ausstellung und Schluss mit Anonymität

Unter den Besitzern vieler Rassehunde sind immer wieder Menschen, die nicht so gerne in der Öffentlichkeit in Erscheinug treten wollen. Dies kann ganz unterschiedliche Gründe haben, die im Detail nicht von Interesse sind.
Ob diesem Personenkreis klar ist, dass es ein Leichtes ist, IHREN konkreten Namen mit dem Names ihres Hundes in eindeutige Beziehung zu setzen, wenn sie nur ein eintziges Mal an einer Rassehundeausstellung mit ihrem Hund teilgenommen haben?
Zahlreiche Vereine veröffentlichen die Ausstellungsergebnisse im Internet und es reicht, den Namen des Hundes in eine Suchmaschine ein zutippen, und SCHWUPP : Man gelangt ohne große Probleme auf Seiten, die den Namen sowohl des Züchters als auch des Besitzers zeigen.
Besonders gefährlich wird die Sache jetzt, wenn ein Verein oder ein Verband zusammen mit den Daten des Hundes auch noch Teile der Addresse (z.B. die PLZ) des Besitzers speichert.
Wer immer Zugang zu diesen Daten hat, kann nun in der Regel die genaue Addresse des Besitzers und/oder die Telefonnummer des Besitzers in Erfahrung bringen.
Sind SIE Mitglied in einem Verein, der Hundedaten sammelt? Wissen Sie WELCHE Daten an WEM weitergegeben werden? Haben Sie mit Ihrem Hund wenigstens einmal an einer Ausstellung teilgenommen?

Solange Sie nicht zu den Personen gehören, die es groß stört, dass man über den Namen ihres Hundes ihre Addresse bzw. Telefonummer herausfindet, wird sie diese Information nicht weiter interessieren.
Sollten Sie aber zu den Personen gehören, die das doch stört, sollten sie bei Ihrem Verein konkret nachfragen WER Zugang zu WELCHEN DATEN über ihren Hund besitzt und dies gegebenenfalls verbieten.


Dienstag, 1. September 2009

Wenn Regeln nur für andere gelten

Ich möchte hier einige Fälle darlegen, die MIR persönlich genauso passiert sind. Ich denke, es ist nur recht und billig, dass man auch einmal über Vorgänge spricht, die irgendwie so gar nicht zu dem Bild passen, das mein eigener Zuchtverein nach aussen hin aufbaut.
In einer der letzten Ausgaben der Vereinszeitung wurde dazu aufgerufen, sich als Anwärter für die Ausbildung zum Spezialzuchtrichter zu melden. Ich stellte eine entsprechende Anfrage an den Verein, um mir genaueres, vor allem über den Zeitaufwand, mitteilen zu lassen. Daraufhin wurden mir die entsprechenden Ordnungen zugesandt. In der Zuchtrichterausbildungsordnung werden diverse SOLL-Voraussetzungen genannt, die ein Anwärter erfüllen sollte. Weiterhin wurde mir folgender Sachverhalt mitgeteilt:
Zitat:
" Sollten die Voraussetzungen, wie sie in der Zuchtrichterordnung unter §3
und in der Zuchtrichter-Ausbildungsordnung im § 8 aufgeführt sind, für
Sie in allen Punkten zutreffen, so können Sie sich gerne schriftlich bei
mir um diese Ausbildung bewerben. "

Damit war klar, dass eine Bewerbung meinerseits nicht mehr in Frage kam, da dort unter anderem gefordert wird, dass man innerhalb von 5 Jahren mindestens 3 Würfe der Rasse erzüchtet haben muss, die man als Spezialzuchtrichter betreuen möchte. Erstaunt hat mich, dass tatsächlich ALLE Soll-Bedingungen erfüllt werden müssen,um sich zum Spezialzuchtrichter in meinem Verein ausbilden zu lassen.
Aber wie habe ich erst gestaunt, als ich von einem angenommenen Bewerber erfahren musste,der selbst überhaupt noch nie einen Eurasierwurf hatte, der also eine der Soll-Bedingungen mit Sicherheit nicht erfüllte.
Wie man sieht, gelten Regeln nicht für alle gleich. Worauf es allerdings ankommt, dass bei dem einen die Regeln so und bei einem anderen die Regeln irgendwie anders gelten, das bleibt wohl für immer das Geheimnis meines Vereines.
Eine weitere bemerkenswerte Wertschätzung von Regeln musste ich erfahren, als ich mich auf einen Beschluss der Delegiertenversammlung vom letzten Jahr berufen wollte. Dieser Beschluss sagte aus, dass die Delegierten über ihren Landesgruppenleiter Einblick in das Beschlussbuch des Vorstandes nehmen dürfen. Ich habe mich daraufhin an meinen LG Leiter gewandt um eben diesen Einblick zu tätigen.
Daraufhin erhielt ich folgende Antwort:
Zitat:
"Das Beschlussbuch liegt mir nicht vor und ich habe auf der DV gegen diesen Beschluss gestimmt."
Bis auf die Grußformel war das der einzige Inhalt der Antwort. Auf mein Nachbohren und den Hinweis, dass sich auch die an Mehrheitsbeschlüsse zu halten haben, die NICHT FÜR den jeweiligen Beschluss gestimmt haben, bekam ich folgende Antwort:
Zitat:
"Mir ist egal, was Dir egal ist. Es steht Dir ja der Rechtsweg offen, dagegen zu klagen."
Sie können sich sicher vorstellen, dass ich ein wenig baff war, mit welcher Dreistigkeit man Regeln halt mal ausser Acht lässt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mit Sicherheit weiss, dass in einer anderen Landesgrupe des Vereins der dortige LG Leiter sehr wohl Einsicht in das Beschlussbuch bekam und damit auch seinen Delegierten, die in dem DV Beschluss beschlossene Einsicht möglich wurde.
Aber sie sehen: Die Begründung, dass man ja selbst nicht für einen bestimmten Beschluss gestimmt hat, reicht aus, dass man sich an diesen Beschluss nicht halten muss. Der Vollständigkeit muss ich dazu sagen, dass ich diesen Vorgang sowohl dem Vorstand als auch den anderen Delegierten bekannt gemacht habe - aber es erfolgte keine Korrektur und auch keine Rüge an den so handelnden LG Leiter. Damit muss man schliessen, dass sowohl die Mehrheit der Delegierten als auch der Vorstand selbst dieses Handeln billigen.
Was aber bedeutet das für die normalen Mitglieder ?
Wenn man die Schizophrenie auf die Spitze treiben möchte, dann könnte man sagen, die jeweiligen Spitzenfunktionäre des Vereines haben das Recht, die Regeln je nach Gutdünken und abhängig von der Person einmal so und einmal so anzuwenden oder eben ausser Acht zu lassen.
Wenn das aber so sein sollte, wie muss man dann die Versicherungen werten, die den Welpenkäufern in der Öffentlichkeit gemacht werden? Hängt es von den Personen ab, ob sie sich an die Regeln halten müssen oder eben nicht? Kann das ein Mitgrund dafür sein, dass man meine Anträge auf Einsetzung einer Kontrollkommission, die die Einhaltung der Regularien unabhängig prüfen sollte, nicht nur einmal abgelehnt hat?
Um wieviel wichtiger erscheint mir da der Hinweis auf den Dortmunder Appell und meinen Beitrag, "was man denn schon jetzt tun kann."
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Samstag, 22. August 2009

Dortmunder Appell - was kann man schon jetzt tun?

Der Dortmunder Appell für eine Wende in der Hundezucht weist nach rund 2 Monaten Laufzeit bereits 900 "öffentliche" Unterstützer aus. Erfreulicherweise sind darunter viele Züchter von Rassehunden. Bei dem Appell alleine darf es nicht bleiben, doch müssen konkrete Folgeaktionen sorgfältig geplant werden - und dies dauert seine Zeit.


Trotzdem kann bereits HEUTE etwas "für eine Wende in der Hundezucht" getan werden. Ich möchte alle Unterzeichner des Appells dringlichst bitten, in ihrem Einflußbereich, bei Freunden und Bekannten, für eine ANDERE Geisteshaltung beim Hundekauf zu werben. Es muss sich in den Köpfen der Rassehundekäufer einbrennen, dass nur der Züchter als absolut seriös gelten kann, der sich unabhängigen Kontrollen seiner Zucht nicht verweigert.
Wenn ich "unabhängig" schreibe, dann meine ich damit: Kontrollen, die von Instanzen "ausserhalb" des Zuchtvereines bzw. des Zuchtverbandes, dem der jeweilige Züchter angehört, durchgeführt werden. Alles andere ist nicht unabhängig, da die jeweiligen Zuchtvereine durch jeden Welpen, für den sie eine Ahnentafel ausstellen, einen unmittelbaren finanziellen Vorteil haben und damit ein Interessenskonflikt von vorne herein in der Luft liegt.
Da es bis heute KEINE feste Instanz für "unabhängige Kontrollen" gibt, sollte man sich an folgendem orientieren:
1. Im Qualzuchtgutachten finden Sie für die jeweiligen Rassen die rassetypischen Krankheiten. Jeder Züchter dieser Rassen sollte seinen Welpenkäufern mindestens nachweisen (durch ärztliche Atteste), dass die Eltern des Welpen frei von diesen Krankheiten sind.
2. Der Züchter sollte zu den Unterstützern des "Dortmunder Appells" gehören.


Wenn alle Unterstützer des "Dortmunder Appells" in ihrem Einflußbereich diese Verhaltensmaßregeln bewerben, dann hat der Appell schon jetzt einen ungeahnten Erfolg - wenngleich ich davon überzeugt bin, dass noch größere Erfolge folgen werden.


 


 


 

Donnerstag, 9. Juli 2009

Dortmunder Appell - und verwunderliche Reaktionen


Anfang Juli wurde der "Dortmunder Appell" an die Öffentlichkeit gebracht. Dabei handelt es sich um einen Aufruf, der zu einer Wende und einem Umdenken in der Hundezucht auffordert. Auch die bekannte Hundezeitschrift WUFF berichtete darüber.
In vielen Internetforen und auch auf twitter engagieren sich zahlreiche Tierliebhaber, um den Appell bekannt zu machen, um möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, den Appell mit zu unterzeichnen.
Namhafte Unterstützer sind bereit, sich auch öffentlich zu ihrer Unterstützung des Appells zu bekennen (siehe die laufend aktualisierte Liste der öffentlichen Unterstützer).  Es ist allerdings auch möglich (bereits bei der Eintragung), die öffentliche Nennung des eigenen Namens auf dieser Seite zu untersagen.


Auch ich habe in diversen Foren den" "Dortmunder Appell" angekündigt und um Unterstützung gebeten.
Im privaten Eurasierforum einer Amtsträgerin eines Eurasiervereines im VdH führte diese meine kurze Information über den "Dortmunder Appell" zu meinem Rauswurf aus dem Forum.


In einer Eurasiergrupppe auf "wer-kennt-wen"   hat die Inhaberin eben dieses Forums ihr Vorgehen gegen mich sinngermäß so erklärt, dass sie zwar den Appell an und für sich gut findet, es aber absolut inakzeptabel findet, dass man Eurasier und Eurasierzucht mit Qualzuchten und üblen Machenschaften in Verbindung bringt. Dass dies nie meine Absicht war, muss ich hier nicht betonen, aber trotzdem hat die Forumsinhaberin einen Zensurakt vollbracht, der in meinen Augen höchst bedenklich ist.


Die Inhaberin dieses Forums scheint also diesen Appell an und für sich gut zu finden, ihren Forumsteilnehmern aber zensiert sie die Information darüber vor der Nase weg. Die Begründung, dass alleine durch die Erwähnung des Appells in einem Eurasierforum damit ein Zusammenhang zwischen Eurasiern und Qualzuchten bzw. "üblen Machenschaften" zustande kommt, der "absolut inakzeptabel" sei, gibt mir nun verdammt viel zu denken.


Für mich entsteht hier der Eindruck, dass es Kreise geben könnte, die es nicht gerne sehen, dass sich Eurasieroffizielle wie auch einfache Eurasierbesitzer  für den "Dortmunder Appell"  engagieren, da sie einen Imageschaden für die Hunderasse Eurasier befürchten.
Ist das Image unserer Eurasier wirklich so zerbrechlich, dass schon das Engagement für eine bessere Hundezucht im Allgemeinen einen Imageschaden bedeuten könnte? Wenn dem so ist, dann ist es umso wichtiger, dass die Hunderasse Eurasier in ein Fahrwasser kommt, wo eben dieses scheinbar so zerbrechliche Image gestärkt wird. Wäre es nicht im Gegenteil ein positives Zeichen, wenn sich die Besitzer und Funktionäre von Hunderassen, die von weiten Teilen des "Dortmunder Appell"  gar nicht betroffen sind, für den Appell einsetzen würden, ?



Mein unterstützenden Worte auf der Seite des "Dortmunder Appelles"möchte ich hier aufführen und gerne auch näher erläutern:


Meine mehr als 10 jährige Erfahrung im Umfeld der Eurasierzucht, lässt mich zu dem Schluss kommen, dass ein Umdenken dringend notwendig ist.
Rassen können nur durch ständige Zuführung neuen Blutes auf Dauer genetisch gesund erhalten werden. Inzucht und Linienzucht (letztendlich auch Inzucht) müssen konsequent verhindert werden.

Weiterhin ist es höchste Zeit, dass unabhängige Kontrollen für die Einhaltung der Zuchtregularien eingeführt werden. Die Eigenkontrolle der Vereine und Verbände ist - wie bei praktisch allen Arten von Selbstkontrolle in jedweden gesellschaftlichen Bereich-  vollkommen ungenügend.
Der Dortmunder Appell kann ein erster Schritt sein, die Verantwortlichen zu wecken. Deshalb unterstütze ich den Appell aus voller Überzeugung.


Warum mir vor allem der Punkt über unabhängige Kontrollen so wichtig erscheint, möchte ich hier näher erläutern.


Im Rahmen meiner Tätigkeit als Delegierter im EKW habe ich mehr als einmal versucht, im Verein eine Instanz zu schaffen, die die Arbeit vor allem der Zuchtentscheider (das sind lt. Satzung im EKW genau 5 Personen, die 4 LG Zuchtleiter und der Hauptzuchtwart) zumindest formal auf Einhaltung der Zuchtregularien stichprobenhaft kontrolliert.
Meine Argumente, dass der Zuchtausschuss die Regeln für die Zucht macht UND auch noch vollkommen ohne weitere Überwachung die Einhaltung der Regeln selber kontrolliert, und das obwohl der Zuchtausschuss nachgewiesenermaßen in der Mehrheit aus Züchtern besteht -also dem Personenkreis, für den die Regeln gemacht wurden (der Interessenkonflikt ist offensichtlich) -, fanden keine Mehrheit im Verein - im Gegenteil, eine Gegenargumentation zeigt eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Haltung unserer zensierenden Foruminhaberin:  Kontrollen dieser Art könnten das Ansehen des Zuchtausschusses schädigen.


Erneut scheint das Ansehen wichtiger als die substantielle Nachprüfbarkeit der  Arbeit der Zuchtverantwortlichen.
Dies Haltung ist nach meiner Einschätzung Gift für eine hoffnungsvolle Zukunft für die Hunderasse Eurasier. Das Bewusstsein dafür zu wecken, dass eben auch bei der Rasse Eurasier unabhängige Kontrollen unverzichtbar sind, war ein Grund für mich, den "Dortmunder Appell" tatkräftig zu unterstützen.


Es sei hier auch lobend erwähnt, dass bis jetzt 2 meiner EKW Vereinskameraden auch in der Liste der öffentlichen Unterstützer vertreten sind.


Trotzdem hier der Aufruf an alle Leser dieses Artikels:


 


"Unterstützen Sie den Dortmunder Appell"

Sonntag, 15. Februar 2009

Drama Schilddrüsenscreening und viele offene Fragen


Am 9. Februar habe ich folgendes Mail an den Vorstand meines Eurasier Vereines geschrieben:----------------------------


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 Hallo Vorstand,

 falls ich bis 12.2.2009 KEINE Reaktion auf meine Anfragen erhalten habe (wenigstens Angabe BIS WANN ich eine Antwort erwarten darf), geh ich davon aus, dass der Vorstand generell nicht gewillt ist, meine Anfragen zu beantworten.

 Danke für eure Mühe.

 Gruß

 Johann

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 Am 12.2.2009 um 18:59 Uhr erreichte mich ein Mail der 2. Vorsitzenden, in der sie mir unter anderem erklärte (im Namen des Vorstandes), dass ich viele meiner Fragen selber beantworten könnte bzw. es viele andere Möglichkeiten gäbe, Antworten zu erlangen. Keine Einzige meiner konkreten Fragen wurde beantwortet.

 (Die von mir auf diese Mail verfasste Antwort habe ich in Auszügen ans Ende dieses Artikels gestellt.)

 Hauptgegenstand meiner Anfragen war das Protokoll des Zuchtausschusses des Vereines vom 15.11.2008.

 
Als erstes habe ich angemerkt, dass in dem Protokoll die Namen der Anwesenden, insbesondere der stimmberechtigten Anwesenden, fehlen. Dies ist umso schwerwiegender als ja aufgrund einer Satzungsklausel (§15.2.4) der HZW Mitglieder in den Zuchtausschuss berufen kann, die nicht aufgrund eines Amtes gem. Satzung Mitglied im Zuchtausschuss sind ( Damit hat der HZW indirekt die Möglichkeit, die Stimmverhältnisse im ZA ohne jegliche Kontrollmöglichkeit zu beeinflussen.).

 

Damit ist den Mitgliedern nicht vollständig bekannt, WIE sich der Zuchtausschuss letztendlich zusammensetzt und WER bei zuchtrelevanten Entscheidungen mitwirkt. Dies ist weder transparent noch mitgliederfreundlich.


Laut Protokoll der ZA-Sitzung wurde beschlossen, dass aufgrund einer erblichen Augenerkrankung ein kompletter Wurf und die Eltertiere für die Zucht gesperrt werden SOLLTEN.


Mein Anfrage lautete:


Wird der Wurf nun definitiv gesperrt oder nicht?


Im selben Zusammenhang wurde beschlossen, dass die Geschwister der Elterntiere sowie deren 1. Generation an Nachkommen ein volles Augenscreening zu bestehen hätten.


Meine Anfrage:


Wie sieht das Augenscreening aus? Ich bitte um Details!


Weiter wurde beschlossen, dass die Zuchtleiter auf vollständige Ergebnisse im Hinblick, auf Untersuchungen hinwirken sollten.


Meine Anfrage:


WIE sollen die ZLs auf vollständige Ergebnisse hinwirken? Ich bitte um Details.


Ein weiterer Beschluss des ZA betrifft das HD-C Programm.


Dieses Programm wird beendet und auf Beschluss des ZA (in einfacher Besetzung) sind Ausnahmeregelungen für einen Wurf möglich.


Meine Anfrage:


WIE wird über die erwähnten Ausnahmeregelungen befunden? Wovon hängen AUSNAHMEN ab? Ich bitte um Details.


Nach dem Protokoll bittet der Hauptzuchtwart die Richter, Körmeister, Zuchtleiter und Zuchtwarte darum, „bei sich bietender Gelegenheit (z.B. Eurasierspaziergang etc.)“ Erfassungsbögen für nichtgekörte Hunde auszufüllen und an ihn weiterzuleiten.


Meine Anfrage hierzu:


Ist es richtig, dass die so erfassten Daten OHNE Einverständnis der Besitzer eingeholt werden sollen?
Ist es korrekt, (gem. dem Protokoll liegt das nahe), dass es nicht vorgesehen ist, dass die Besitzer dieser Erfassung von Daten über ihren Hund zustimmen müssen und keine Ausfertigung des Erfassungsbogen ausgehändigt bekommen ?


Weiter wurde folgendes beschlossen:


Ab 2008 ist für die Körung eines Hundes ein Schilddrüsenbefund notwendig. Zweifelhafte Befunde sollen mit einer im Protokoll namentlich genannten Person besprochen werden. Weiterhin wurde beschlossen, dass nur noch Untersuchungsergebnisse EINES im Protokoll genannten Labors anerkannt werden.


Hierzu meine Anfragen:


Was ist ein "zweifelhafter Befund" ? Ich bitte um genaue Angaben, was als "zweifelhaft" angesehen wird.


Wurde eine Art Ausschreibung veranstaltet, in der Angebote von verschiedenen Labors eingeholt wurden, daraufhin eine Entscheidung nach dem günstigsten Angebot getroffen?


Was zeichnet  (die genannte Person) aus, dass MIT IHR nicht näher bestimmte Befunde "besprochen" werden sollen?


Wann gilt ein Hund als "krank", im Hinblick auf Schilddrüse ?  Wer trifft hier die eindeutige Diagnose?


Weiter wurde im Protokoll die generelle Praxis erwähnt, dass bei unklaren oder grenzwertigen Befunden , eine Nachuntersuchung empfohlen wird.


Meine Anfrage:


Was sind "unklare" bzw. "grenzwertige" Befunde? Ich bitte um genaue Angabe der Kriterien. Wenn eine Nachuntersuchung "empfohlen" wird, dann ist es lt. Sprachgebrauch KEINE PFLICHT. Bedeutet dies also, dass in so einem Fall der Züchter auch die Empfehlung in den Wind schlagen kann OHNE Folgen für die Zuchtzulassung


Als nächstes wurde beschlossen, dass Hunde mit gesichertem, nachgetestetem TgAA positiven Ergebnis nicht in die Zucht genommen werden sollen.


Mein Anfrage:


Was bedeutet "SOLLEN"? Werden sie nun definitiv NICHT in die Zucht genommen oder können sie doch züchten?


Zu diesem Komplex habe ich zusammenfassend an den VS folgendes formuliert:


Zusammenfassend ist zu dem Punkt "Schilddrüsenproblematik" zu sagen, dass lt. dem Protokoll KEINE klare Aussage darüber herrscht, WANN ein Ergebnis bzw. eine Diagnose vorliegt, die zum Zuchtverbot führt.
Dies ist für alle Züchter mehr als unbefriedigend, umso mehr, als "eine Besprechung" von Ergebnissen mit (der genannten Person) ansteht, in der wohl der Züchter selbst  (der den Hund ja letztendlich am besten kennt) gar nicht mit einbezogen wird (jedenfalls ist dies nicht aus dem Protokoll ersichtlich).
Es fehlen klare Richtlinien, die für jeden Züchter klar erkennen lassen, WANN eine Nachuntersuchung ansteht, WANN ein Ergebnis vorliegt, das eine Zucht verbietet und WIE Ausnahmen überhaupt zustande kommen.
Ich bitte um eindeutige Klärung dieses Sachverhaltes.


Weiterhin wurde ein Art Informationspool für Bauchspeicheldrüsenunterfunktion und eine zentrale Informationsstelle für Diabetes mellitus beschlossen.


Hierzu meine Anfrage:


Hier fehlt die genaue Angabe, WIE dieser Informationspool aussehen soll. Wie werden Daten erhoben? Wie werden die Besitzer über die erfassten Daten informiert? Ist hier vorgesehen, dass die Besitzer der Erfassung der Daten zustimmen müssen?
Werden die erfassten Daten auch den Züchtern der Hunde mitgeteilt? Auf welcher Basis werden Daten erfasst?
Ich bitte um Klärung dieser Fragen.


 Es wurde weiterhin ein Beschluss über die Begrenzung von Zuchteinsätzen von Rüden und Hündinnen beschlossen. Bemerkenswert ist hier, dass der ZA in einfacher Besetzung Ausnahmen zulassen kann. Es fehlt allerdings jegliche Angabe, nach welchen Kriterien denn Ausnahmen möglich sind.

 Hierzu meine Anfrage:

 Nach welchen Kriterien kommen die erwähnten Ausnahmen zustande? Ich bitte um detaillierte Ausführung der Ausnahmekriterien.


 Die Tatsache, das der Vorstand nicht gewillt ist, diese meine sachlichen Anfragen zu beantworten, erweckt in mir den Eindruck, dass die getroffenen Entscheidungen nicht auf objektiven Kriterien beruhen, sondern je nach Bauchgefühl von wem auch immer mal so und mal so ausgelegt werden.



 Vor allem die Anfrage über die Erfassung von Daten von nichtgekörten Hunden auf z.B. Spaziergängen besorgt mich sehr. Reichen nicht die Skandale über unberechtigte Datenabgleichungen, die ohne Wissen der Betroffenen durchgeführt wurden? Muss diese Praxis nun auch in der Hundewelt eingeführt werden? Fänden sie es toll, wenn sie wüssten, dass sie ohne Hintergedanken zu einem Eurasierspaziergang gehen und dort wird -OHNE ihr Wissen – ein Erfassungsbogen mit Angaben über z.B. den Allgemeinzustand ihres Hundes angefertigt und an wen auch immer weitergegeben?


 


Das Chaos um das Schilddrüsen screening wird allerdings nun richtig kurios.



 In dem Artikel http://www.rasse-eurasier.pytalhost.de/2008/10/28/ekw-skandal-1-maximale-inkompetenz-oder-simple-intrige/ ist nachzulesen, dass noch am 27.10.2008 der HZW mir und auch einer Besitzerfamilie gegenüber ausgesagt hat, dass ein etwas aus der Norm liegender TSH Wert Anlass für eine Nachuntersuchung ist. Davon ist in dem Protokoll kein Wort mehr zu lesen – nein – jetzt gilt scheinbar der TgAA Wert als das Maß der Dinge.

 Was mich auch wundert:

 Bei dem Blutprofil werden 4 Konzentrationen im Blut bestimmt. Warum kann der ZA nicht wenigstens die Spannen der Konzentrationen angeben, die als „gesund“ angesehen werden?

 Weiterhin wäre es normal, dass man die möglichen 81 Kombinationen angibt, die sich aus den Gesundspannen ableiten lassen und für jede angibt, ob sie zu einer Nachuntersuchung Anlass gibt oder eben nicht.

 (Zur Erklärung: Wenn es für jedem der 4 Werte eine „Gesundspanne“ gibt, dann gibt es für jeden Wert die Möglichkeit innerhalb, oberhalb oder unterhalb dieser Gesundspanne zu liegen. Damit hat man für jeden Wert 3 Möglichkeiten und für 4 Werte ergibt das 81 mögliche Kombinationen.)

 Die Beantwortung eben dieser Frage erachte ich als eine Selbstverständlichkeit, WARUM man diese Antworten verweigert ist mir nicht verständlich.


 


Hier nun Auszüge aus der von mir verfasste Antwortmail an den Vorstand aufgrund der Mail der 2. Vorsitzenden vom 12.2.2009.



 

Hallo Christiane,

ich würde gerne wissen, WELCHE Fragen ich mir selber beantworten kann und mit WELCHEN Möglichkeiten ich GESICHERTE Antworten auf meine Fragen bekommen sollte, wenn  nicht vom verantwortlichen Vorstand, der ja letztendlich für das ,was der ZA tut bzw. beschliesst, verantwortlich ist.
....


Alle meine Fragen sind streng sachbezogen, fachlich vollkommen korrekt und somit berechtigt. Deine Anmerkung bzgl. der Tatsache, dass der VS nicht "meinen persönl. Anschauungen" dienen  muss, ist auch deshalb vollkommen daneben.


...
Deine Bemerkung, das ich "endlich mal was tun" könnte, geht ebenfalls vollkommen am Ziel vorbei, da ich mehr als du denkst für die Rasse tue - da kannst du dir sicher sein.
Mein Schwerpunkt liegt allerdings dort , wo es um Kompetenz geht, nicht um Gelaber und falsche Höflichkeit.
Dass ich nicht bereit bin, auf vollkommen unnötigen Ausstellungen irgendetwas zu tun sondern viel lieber wirkliche Arbeit für den Eurasier leiste, sollte dir bekannt sein.

Ich entnehme deinen Ausführungen, dass der Vorstand also NICHT bereit ist, die Fragen, die ich bzgl. des ZA Protokolls gestellt habe, verbindlich zu beantworten. Vielmehr rätst du mir, mich auf von dir als "Infoveranstaltungen" (WELCHE BITTE) bezeichneten Veranstaltungen zu informieren.
Damit hast du allerdings mein Anliegen vollkommen falsch verstanden. Ich möchte nicht von irgendjemanden irgendetwas mündlich hören, was ev. ein anderer jemanden anderen vollkommen anders beantwortet.
Ich möchte vom VS verbindliche Antworten, die grundsätzlich für alle gelten.

Da der VS diese Antworten nicht geben will, muss ich davon ausgehen, dass der VS hier absichtlich eine unklare Situation aufrecht erhalten will - die Gründe dafür kann man nur erahnen, die, die ich erahne ...


Du schlägst mir vor "aktiv Antworten zu suchen". Was anderes tue ich denn, wenn ich dort anfrage, wo die Antworten liegen müssen? Ein netter Vorschlag, den du aber mit deiner eigenen Reaktion ad absurdum führst.


...


Seis wie es sei, es ist schade, dass der VS wohl lieber "Unklarheiten" aufrecht erhalten will, als Klarheiten zu schaffen. Was bleibt, ist die Tatsche, dass der VS auf der nächsten DV MEINE Fragen beantworten muss, spätestens dann ist Allgemeingesülz nicht mehr möglich. Dass der VS scheinbar grundsätzlich nicht bereit ist, AUSSERHALB der DV Sachfragen verbindlich zu beantworten, ist traurig. Erstaunlicherweise war hier der Ex-Vorstand in jeder Beziehung kooperativer.

Liebe Grüße
Johann

Montag, 19. Januar 2009

Der Inzuchtkoeffizient in der realen Zuchtwelt


Meinen Vorschlag, dass man in der Rasse der Eurasier den Inzuchtkoeffizienten auf wenigstens 10 Generationen berechnen muss, hat man mit dem Hinweis, "Wissenschaftler hätten gesagt, dass die Berechnung auf 6 Generationen ausreicht" (zu lesen in der Eurasierpost 4/2008), abgetan. Als weitere Begründung für die Ablehnung meines Vorschlages wurde angeführt, dass man die Ahnen der lebenden Hunde nicht vollständig in diese hohen Generationen verfolgen könnte.
Ich werde im folgenden aufzeigen, dass diese Argumentation die Verhältnisse in einer realen Zuchtpopulation nicht bzw. ungenügend berücksichtigt bzw. die Konsequenzen aus den realen Populationsverhältnissen vollkommen ignoriert. Dies führt dazu, dass man z.B. im Falle unserer Hündin, den Inzuchtkoeffizienten, den man aus den bekannten Abstammungsdaten errechnen kann, wenn man nur bis zur Generation 6 rechnet, um rund 70% zu gering berechnet im Vergleich zur Berechnung auf 10 Generationen.
Damit wird klar, warum eine Rechnung auf 10 Generationen unbedingt erforderlich ist, da man nur so die tatsächlich vorliegende Inzucht weitestgehend korrekt errechnet. (ich bin der festen Überzeugung, dass aktuell sogar eine Berechnung bis Generation 11 oder 12 notwendig wäre. Einen Anhaltspunkt für die Zahl der Generationen, die zu berücksichtigen sind, kann der Ahnenverlustkoeffizient geben.)

Zuerst seien hierzu einige Fakten zusammengefasst, um eine klare Verständnisgrundlage zu bilden.

1. Für jeden Eurasier kann man seinen Stammbaum soweit zurückverfolgen, bis man auf allen Zweigen auf Hunde trifft, deren Eltern nicht mehr bekannt sind. (Dies gilt für jedes Lebewesen - es sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.)
2. Zum Inzuchtkoeffizienten tragen nur Ahnen bei, die sowohl auf Mutter- als auch auf Vaterseite vorkommen.
3. Der Inzuchtkoeffizient gibt eine Wahrscheinlichkeit dafür an, dass sich wenigstens irgendeine Erbinformation von irgendeinem gemeinsamen Ahnen unverändert in dem Nachkommen reproduziert.
4. Der Inzuchtkoeffizient gibt NICHT an, WELCHE Erbinformation dies ist.

Viele Hunderassen begannen ihr Dasein durch Inzucht. Dies gilt auch für unsere Eurasier. Wenn wir nun Fakt 1 auf unsere Eurasier anwenden, dann werden wir für praktisch alle lebenden Eurasier zu dem Ergebnis kommen, dass an den Spitzen nahezu aller Zweige Tiere stehen, die zu den Ursprungsrassen Chow-Chow, Wolfspitz und Samojede gehören. Dies spielgelt auch unverändert den Anspruch der etablierten VdH Vereine wieder, die ja betonen, dass sie ihre Eurasier auf die Ursprungstiere zurückführen können. Sollte dies an einigen Zweigen nicht der Fall sein, dann nehme ich vorweg, dass dieser Befund quantitativ bei der Berechung des Inzuchtkoeffizienten so gut wie keinen Einfluss hat.

Ich bitte Sie den folgenden Link anzuklicken und nicht zu erschrecken , es ist nur auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, wenn sie aber die hier gegebene Erklärung in Ruhe wirken lassen, dann wird das Diagramm leicht lesbar.
Das Diagramm zeigt den Stammbaum unserer Briska zum Crutzen. sie ist am 7.2.2001 geboren. Der Stammbaum zeigt 10 Generationen (die ganz linke Spalte zeigt Briska selbst), die blauen Striche sind Platzhalter für die Namen der Ahnen, die aber für die Betrachtung nicht interessant sind.
Gleich zu Beginn sehen sie, ganz rechts, orange unterlegte Felder. Orange zeigt Ahnen an, die unbekannt sind.
Weiss unterlegte Felder sind bekannte Ahnen. Die andersfarbig unterlegten Felder zeigen nun bekannte Ahnen an, die (zusammen genommen) rund 70% des auf  10 Generationen berechneten Inzuchtkoeffizienten ausmachen.
Der graue Bereich zeigt die Generationen größer als 6 an.
Wenn sie nun das Diagramm nach unten scrollen, dann werden sie folgendes erkennen:
1. Es gibt nur sehr wenige Bereiche mit unbekannten Ahnen.
2. Die farbig unterlegten Felder befinden sich mit großer Mehrheit im grauen Bereich, also in Generationen größer als 6.

Zum Vergleich finden sie im 2. Diagramm dieselbe Auswertung nur bis Generation 6.


 


Diagramm 1: www.rasse-eurasier.pytalhost.de/wp-content/uploads/briska-10-gen.html


Diagramm 2: www.rasse-eurasier.pytalhost.de/wp-content/uploads/briska-6-gen.html

Was folgt daraus?
Eine Berechung des IK auf nur 6 Generationen würde also die tatsächlich vorliegenden Verhältnisse bzgl. Inzucht ganz einfach zu rund 70% vernachlässigen. Noch schlimmer, man würde diese Vernachlässigung sogar bewusst durch Nichtbeachtung von VORLIEGENDEN Informationen begehen.
Kritiker argumentieren nun oft, das man ja so praktisch bis zum Anfang aller Hunde rechnen könnte und man würde damit immer bei noch größeren Inzuchtkoeffizienten landen. Dem ist entgegenzuhalten, dass es uns ja um die Inzucht in der Rasse der Eurasier geht, es geht nicht um die Inzucht, die man irgendwann mal in den Ursprungsrassen betrieben hat.
Damit gibt sich auch gleich eine ganz natürliche Grenze, wieweit man denn die Stammbäume unserer Eurasier überhaupt verfolgen sollte, nämlich bis zu den Ursprungstieren, also soweit, dass an jedem Zweigende des Stammbaumes im Idealfall ein Tier der Rassen Chow-Chow, Wolfspitz oder Samojede steht.


Es gibt nun verschiedene Einwände, die sich darauf stützen, dass es ja durchaus eben Tiere an den Stammbaumzweigenden geben könnte, über die man keine Aussage darüber machen kann, ob es sich um ein Tier der Ursprungsrassen handelt oder um ein vollkommen unbekanntes Tier  und man deshalb überhaupt nicht aussagen kann, ob man dann relevante Anteile des IKs vernachlässigen würde.
Lassen sie mich im folgenden aufzeigen, dass dieser Einwand so gut wie nicht haltbar ist. Ich möchte die verschiedenen Fälle durchspielen und einzeln begründen.


1. Das Tier ist tatsächlich ein Kind eines oder zweier der Rassegründertiere.
Dieser Fall kann nur auftreten, wenn die Gründertiere der Eurasier Nachkommen gehabt hätten, die die Eurasiergründer nicht erfasst hätten. Dies erscheint mir bei der gut dokumentierten Rassehistorie sehr unwahrscheinlich und damit vernachlässigbar.


2. Das Tier ist ein bisher unbekannter Vertreter einer der Gründerrassen.
So ein Tier könnte nur einen entscheidenden Beitrag zum IK leisten, wenn es mit den bekannten Rassegründertieren gemeinsame Ahnen aufweisen würde. Dieser Anteil aber ist für die Inzucht der Rasse Eurasier  uninteressant, da wir (siehe oben) bei Rassegründertieren aufhören, die Eurasierstammbäume weiter zu verfolgen. Damit ergibt sich in diesem Fall überhaupt kein Einfluß auf den IK.


3. Das Tier ist tatsächlich ein Eurasier.
Dieser Fall kann im Rahmen der IFEZ eigentlich nicht auftreten. Würde dieser Fall doch voraussetzen, dass es Lücken in den Zuchtbüchern gibt. Damit ist er ebenfalls vernachlässigbar, da zumindest im Rahmen der IFEZ eine Klärung des Falles möglich sein müsste. Diese Klärung müsste soweit möglich sein, dass sich der Fall auf einen der anderen Fälle reduzieren lässt.


4. Das Tier ist ein Vertreter einer anderen Rasse als der Gründerrassen.
Damit wäre der Einfluß der Ahnen dieses Tieres auf den IK in jedem Falle Null.


Damit ergibt sich aber ganz klar:
Es ist vollkommen unrelevant, WIEVIELE Tiere in einer Generation tatsächlich unbekannt sind, ihr Anteil am IK ist in jedem Falle vernachlässigbar. Das Beispiel unserer Hündin zeigt, dass es für die heutige Zuchtplanung unumgänglich ist, den IK einer geplanten Verpaarung auf mindestens 10 Generationen zu berechnen, da man sonst die frühe Inzucht der Rasse vollkommen aus den Augen verliert.
Diese frühe Inzucht ist aber  nicht dadurch aus der Welt zu schaffen, dass man sie einfach ignoriert - sie einfach nicht berechnet. Sie bleibt trotzdem existent. Auch ist unsere Hündin sicher kein Ausnahmefall hinsichtlich der fast 100%igen Vollständigkeit ihres Stammbaumes auf 10 Generationen. Man kann davon ausgehen, dass dies für nahezu alle IFEZ Eurasier zutrifft, natürlich mit Abweichungen, die aber die obigen Annahmen in keiner Weise entkräften.
Das 10 Generationen Diagramm macht auch noch eine typische Eigenart "REALER" Zuchtverhältnisse sichtbar. Ich möchte es die "Generationsverschiebung" nennen.
Wenn sie das Diagramm aufmerksam anschauen, dann werden sie sehen, dass gleichfarbig unterlegte Felder oftmals in unterschiedlichen Generationen auftauchen. Dies zeigt, dass es in realen Zuchten eben KEINE strikte Generationenfolge gibt, sondern dass es normal ist, wenn man mal einen Urururenkel eines Hundes mit einem Urururururenkel des gleichen Hundes verpaart. Dann zeigen sich derartige Verschiebungen in den Stammbäumen.
Wäre nun eben dieser Ahn ein Tier, dessen Eltern unbekannt sind, dann würde die Begründung, dass man den IK nur in vollständige Generationen rechnen darf, den Abbruch der Rechung an eben diesem Urururgroßelternteil bedingen, obwohl wir Ahnen bis eben  zum besagten Urururururgroßelternteil kennen. Die Folge wäre, dass die so bedingte Inzucht, die ja unleugbar vorliegt, einfach weggelassen würde.
Alleine diese Vorstellung macht diesen Einwand unhaltbar.


Zusammenfassend bleibt also zu sagen:
Die wahre Inzucht der lebenden und noch zu erzüchtenden Eurasier kann nur erfasst werden, wenn man die IK Berechnung auf Stammbäume stützt, die grundsätzlich an allen Zweigen bis zu den Gründertieren verfolgt werden. Dies scheint heute mit 10 Generationen (besser wären aber 11 oder gar 12) in den meisten Fällen möglich.Eine Beschränkung auf 6 Generationen schneidet den relevanten Teil der frühen Rassehistorie vollkommen ab.

Dienstag, 13. Januar 2009

Das Urteil


Am 10.12.2008 verkündete des OLG Mannheim folgendes Urteil.


www.eurasierfreunde-deutschland.de/ratgeber/ratgeber_recht/Urteil_Karlsruhe.pdf


Es geht in diesem Urteil darum, dass man einem Züchter aufgrund seiner Mitgliedschaft in einem Nicht-VdH Verein die Zucht in einem VdH Verein verweigern wollte. Dies hat das OLG Mannheim als Diskriminierung angesehen.


Die Problematik liegt allerdings viel tiefer und ich habe folgenden Beitrag (leicht abgeändert) im internen Forum meines Vereines niedergeschrieben.


Ich würde mich freuen, wenn sich erneut viele Interessierte an mich wenden würden und mir ihre Meinung dazu mitteilen würden.
Meine Mail: johannbucher@web.de


 


Zur Zeit der Rassegründer war der einzelne Züchter "ausführendes Organ" der Anordnungen, die von den Gründern getroffen wurden.


Jede andere Darstellung der Zeitgenossen der Rassegründer ist nostalgische Verklärung der Vergangenheit - aber das ist menschlich.


Zur damaligen Zeit gab es nur eine handvoll Enthusiasten, die sich mit der Zucht von zuerst Wolfchows und dann Eurasiern beschäftigt haben. Mit der Verbreitung der Rasse dann aber wurde es vollkommen klar, dass man so eine Hierarchie nicht mehr lange halten konnte.  Sie beruhte ja simpel und einfach auf einer Art "Glauben" an die Kompetenz der Rassegründer.


Wenn immer mehr Menschen zusammen an einer Sache arbeiten, dann werden zwangsläufig Menschen dazu kommen,  die sich eben NICHT von einem oder zwei "Zuchtbestimmern" vorschreiben lassen wollen, was sie zu tun haben, es wird Menschen geben, die selber mitdenken UND gestalten wollen - und das ist legitim.


Als sich dann letztendlich auch die massgeblichen Rassegründer überwarfen, kam es zur Gründung zuerst eines , dann eines weitern Vereines. Später gab es noch einen Verein, dann war vermeintlich lange Jahre Ruhe - in Wahrheit gab und gibt es noch ausserhalb des VdH weitere Vereine die alle mit Tieren züchten, die von den Ursprungstieren abstammen.


Das Problem liegt darin, dass einige dieser Gruppierungen glauben, sie können die absolutistische Art der Frühzeit irgendwie aufrecht erhalten. Das tun die einen mal subtiler, mal weniger subtil, mal frecher, mal weniger frecher, mal mehr , mal weniger.


Alle aber betonen immer, dass man ja SOOO demokratisch miteinander umgeht.


Die Lösung des Problems ist nie angegangen worden - damit hätte man ja zugeben müssen,  dass man das Modell der Frühzeit niemals - mit zunehmender Verbreitung der Rasse - aufrecht erhalten kann.


Man muss nur in den Satzungen (bzw. Zuchtordnungen) der VdH Vereine nachlesen - immer noch finden sich darin Passagen, die genau diese absolutistische Form der Zuchtentscheidungsgewalt festlegen.


 Solange das so ist, wird es immer wieder zu Abspaltungen, Verwerfungen, Streit und Zank kommen. Ich bleibe bei meinem Wort "Traditionalisten", da jetzt klar wird, warum das Wort angebrachter denn je ist .


Wer immer noch glaubt, diese Art der "Zuchtlenkung", die darauf basiert, dass ein Einzelner (oder auch eine Gruppierung) die Zucht nach "Bauchgefühl" lenkt (und es ist nichts anderes, wenn man eine Rüdenliste erhält, deren Zustandekommen nicht transparent ist - ich erinnere daran: Lt. meinen Informationen ist es möglich im Zuchtprogramm einer führenden internationalen Vereinigungbestimmte ZWINGER von der Rüdenauswahl komplett auszublenden – WARUM?), wird immer und immer wieder schmerzhaft erfahren müssen, dass diese Zeit endgültig vorbei ist – und sei es, dass er von einem Gericht auf den Boden der Realität zurück geholt wird.


Wie ich oben gesagt habe, es waren Enthusiasten ,die sich auf das, was die Rassegründer gesagt haben, verlassen haben - UND sie waren bereit, auf das "Angeordnete" zu hören  UND TROTZDEM die gesamte Verantwortung für einen Wurf zu übernehmen. Aber das WAR freiwillig.


Dazu muss man wissen, dass dies am Anfang der Eurasierzucht vollkommen anders zu bewerten ist als heute. Damals waren das eben "Mischlinge", die eher "zäh" an den Mann zu bringen waren. Dann kam der Beitritt zum VdH, und spätestens jetzt , als der Eurasier als Rasse anerkannt war, bekam der Ausdruck, "Der Züchter trägt die volle Verantwortung",  eine vollkommen andere Bedeutung.


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Kurzer Ausflug:


[Mit dem VdH Beitritt begann aber auch eine unglückliche Entwicklung, die ich durchaus vergleichen möchte, mit dem Ausruf des Christentums als Staatsreligion im röm. Reich im 4 Jahrhundert unter Kaiser Konstantin. Waren die Christen vorher die Toleranz in Perfektion (waren sie doch auf die Toleranz im röm. Reich angewiesen), so wurden sie anschließend die  erbarmungslosesten Ausrotter aller anderen Religionen (vom Keltentum  über die griech. Religion, von anderen Naturreligionen gar nicht zu sprechen).


Jetzt plötzlich vergasen einige, dass die Eurasier ja auch mal als Mischlinge angefangen hatten und man lies plötzlich nur noch Eurasier, die in VdH Vereinen erzüchtet wurden, als "rassereine" Eurasier durchgehen. Andere, egal ob sie AUCH die gleichen Wurzeln hatten, wie die VdH Eurasier, wurden (und werden) "erbarmungslos" als Wildzucht bezeichnet.]


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Spätestens jetzt wurde der Eurasier immer bekannter, immer beliebter und damit auch begehrter.



Es gab bereits 3 VdH Vereine , die an und für sich bis heute nicht nach außen klar darstellen können,  wie sich denn ihre Eurasier unterscheiden. Wenn sich diese aber nicht unterscheiden (und das tun sie in der Tat nicht), dann KANN es gar keinen  realen Grund für die Existenz dreier Vereine geben    außer, - ja genau-  , wenn die Menschen dieser Vereine das eben genauso wollen.


D.h. aber, dass es die Menschen der 3 Vereine (und mehr, wenn man die Nicht-VdH Vereine noch mit dazu nimmt) sind, die ganz bewusst eine mehrfache Organisation WOLLEN, mit allen Nachteilen für die jeweiligen Mitglieder (3-facher Aufwand in allem , was VEREIN betrifft) UND vor allem die Hunde bzw. die Rasse als ganzes.


Dabei wollen doch alle nach außen nur das EINE: gesunde Eurasier züchten!


Und jetzt schließt sich der Kreis:


Solange Traditionalisten glauben, dass Eurasierzucht in der gleichen Art und Weise wie unter den Rassegründern weitergeführt werden kann, nämlich als "Ausführen" von Anweisungen von "Zuchtlenkern" (dabei ist es letztendlich egal, ob es sich dabei um eine Person oder ein Gremium handelt), solange sind Verwerfungen, Streit und Abspaltungen vorprogrammiert.


Solange die Menschen es so wollen, solange wird sich auch nichts ändern. Das Problem dabei ist : der Hund wird dabei auf der Strecke bleiben , zumindest auf mittelfristige Sicht.


Die Lösung des Problems kann also nur so aussehen, dass man endlich hingeht und eine Zuchtordnung aufstellt, deren Forderungen objektiv nachprüfbar sind.


Dies wäre auch eine gute Gelegenheit, dass sich endlich  ALLE Vereine (unabhängig ob VdH oder nicht) an einen Tisch setzen und im Idealfall ALLE fusionieren, denn damit gibt es faktisch KEINE „Nuancen“ oder anderen Auffassungen.


Möglich ist das aber nur, wenn man endlich mal von Anfang an alle „Bauchgefühle“ und „gefühlten“ Erfahrungen, die nicht belegbar sind, vom Tisch wischt und sich an dem orientiert, was uns Genetik und Verhaltensforschung sagen.


Das Ergebnis wäre eine Zuchtordnung, die sicher sehr viel mehr tierärztliche Atteste fordert, als das heute der Fall ist. Aber eben aufgrund von klaren Vorschriften, nicht aufgrund von „Bauchgefühlen“ und Entscheidungen Einzelner.


Aber genau darin sehe ich auch einen  Grund, warum man das niemals tun wird, denn eine direkt Folge davon wäre, dass (zumindest zu Beginn) erheblich weniger Besitzer überhaupt zur Zucht bereit wären und damit auch erheblich weniger Welpen zur Welt kämen. Damit aber würden die Finanzmittel der Vereine zusammenschrumpfen und die ein oder andere Fusion wäre zwangsläufig – und das WILL man ja nicht, wie ich oben dargestellt habe.


Genau darin läge aber die große Chance, dass man zumindest das, was die Väter der Rasse wollten, dass sich eben nur Enthusiasten mit der Zucht beschäftigen, wieder Wahrheit werden lässt. Dass Argument, dass dann die Zuchtbasis unverhältnismäßig schrumpfen würde, zieht nicht, da es ja zu Beginn der Rasse noch viel weniger Hunde gab und die damalige Zuchtbasis noch erheblich kleiner war als heute.


Würde diese Argument ziehen, dann könnte es heute ja überhaupt keine Rasse Eurasier geben, es sei denn die heutigen Zuchtverantwortlichen verstehen erheblich weniger von Zucht als die Rassegründer – und das will ich noch nicht ganz glauben.


Ein anderer Punkt spricht auch vollkommen dagegen, dass man so ein Vorgehen jemals in die Tat umsetzen wird: Es ist die natürliche Veranlagung der Menschen, Machtpositionen niemals freiwillig aufzugeben.


Kein amtierender Hauptzuchtwart eines Vereines würde sich jemals für so ein Vorgehen aussprechen – da bin ich mir zu 100% sicher.


Solange es die Mitglieder nicht WOLLEN (die Intelligenz der Masse ist gefragt, die Intelligenz der Individuen ist hier blockiert - aufgrund der menschlichen Natur), solange wird das auch nie real. Solange aber wird es aber auch immer wieder Prozesse, Streit, Abspaltungen und andere unglückliche Auseinandersetzungen geben, die zu Zorn und Unversöhnlichkeit Anlass geben.


Die Lösungen existieren, die Mitglieder sind es, die diese Lösungen allerdings einfordern müssen. Solange das nicht gegeben ist, solange wird weiterhin Geld sinnlos verschwendet werden, für vielfache Vereinsaufwendungen, für  Prozesse, für ergebnislose Treffen, für was sonst noch.


Aber nicht nur Geld wird vergeudet, auch Nerven, Energie, Einsatz und Engagement von wahren Enthusiasten.


Vernünftig betrachtet kann es also nur eine Lösung geben, die auf diesen klaren Befunden basiert und konsequent zu Ende gedacht, bleibt damit eigentlich nur die Fusion aller Vereine (auch der Nicht-VdH Vereine) auf Basis einer gemeinsamen Zuchtordnung mit dem einzig legitimen Ziel: Gesunde Eurasier!


Ich sehe auch noch einen weiteren Grund, warum meine Darlegung hier wohl auch weiterhin ein frommer Traum bleiben wird: Ich habe es weiter oben angedeutet – es ist die kompromisslos zustimmende Haltung einiger zum Absolutheitsanspruch des VdH. Dieser Anspruch ist in keiner Weise gerechtfertigt, unterstellt er doch simpel und einfach, dass AUSSERHALB des VdH KEINE verantwortungsvolle Zucht jemals möglich ist. Diese Ansicht ist allerdings nicht einmal nur „traditionalistisch“, sie ist in meinen Augen eher überheblich, dünkelhaft und DUMM.