Sonntag, 15. Februar 2009

Drama Schilddrüsenscreening und viele offene Fragen


Am 9. Februar habe ich folgendes Mail an den Vorstand meines Eurasier Vereines geschrieben:----------------------------


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 Hallo Vorstand,

 falls ich bis 12.2.2009 KEINE Reaktion auf meine Anfragen erhalten habe (wenigstens Angabe BIS WANN ich eine Antwort erwarten darf), geh ich davon aus, dass der Vorstand generell nicht gewillt ist, meine Anfragen zu beantworten.

 Danke für eure Mühe.

 Gruß

 Johann

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 Am 12.2.2009 um 18:59 Uhr erreichte mich ein Mail der 2. Vorsitzenden, in der sie mir unter anderem erklärte (im Namen des Vorstandes), dass ich viele meiner Fragen selber beantworten könnte bzw. es viele andere Möglichkeiten gäbe, Antworten zu erlangen. Keine Einzige meiner konkreten Fragen wurde beantwortet.

 (Die von mir auf diese Mail verfasste Antwort habe ich in Auszügen ans Ende dieses Artikels gestellt.)

 Hauptgegenstand meiner Anfragen war das Protokoll des Zuchtausschusses des Vereines vom 15.11.2008.

 
Als erstes habe ich angemerkt, dass in dem Protokoll die Namen der Anwesenden, insbesondere der stimmberechtigten Anwesenden, fehlen. Dies ist umso schwerwiegender als ja aufgrund einer Satzungsklausel (§15.2.4) der HZW Mitglieder in den Zuchtausschuss berufen kann, die nicht aufgrund eines Amtes gem. Satzung Mitglied im Zuchtausschuss sind ( Damit hat der HZW indirekt die Möglichkeit, die Stimmverhältnisse im ZA ohne jegliche Kontrollmöglichkeit zu beeinflussen.).

 

Damit ist den Mitgliedern nicht vollständig bekannt, WIE sich der Zuchtausschuss letztendlich zusammensetzt und WER bei zuchtrelevanten Entscheidungen mitwirkt. Dies ist weder transparent noch mitgliederfreundlich.


Laut Protokoll der ZA-Sitzung wurde beschlossen, dass aufgrund einer erblichen Augenerkrankung ein kompletter Wurf und die Eltertiere für die Zucht gesperrt werden SOLLTEN.


Mein Anfrage lautete:


Wird der Wurf nun definitiv gesperrt oder nicht?


Im selben Zusammenhang wurde beschlossen, dass die Geschwister der Elterntiere sowie deren 1. Generation an Nachkommen ein volles Augenscreening zu bestehen hätten.


Meine Anfrage:


Wie sieht das Augenscreening aus? Ich bitte um Details!


Weiter wurde beschlossen, dass die Zuchtleiter auf vollständige Ergebnisse im Hinblick, auf Untersuchungen hinwirken sollten.


Meine Anfrage:


WIE sollen die ZLs auf vollständige Ergebnisse hinwirken? Ich bitte um Details.


Ein weiterer Beschluss des ZA betrifft das HD-C Programm.


Dieses Programm wird beendet und auf Beschluss des ZA (in einfacher Besetzung) sind Ausnahmeregelungen für einen Wurf möglich.


Meine Anfrage:


WIE wird über die erwähnten Ausnahmeregelungen befunden? Wovon hängen AUSNAHMEN ab? Ich bitte um Details.


Nach dem Protokoll bittet der Hauptzuchtwart die Richter, Körmeister, Zuchtleiter und Zuchtwarte darum, „bei sich bietender Gelegenheit (z.B. Eurasierspaziergang etc.)“ Erfassungsbögen für nichtgekörte Hunde auszufüllen und an ihn weiterzuleiten.


Meine Anfrage hierzu:


Ist es richtig, dass die so erfassten Daten OHNE Einverständnis der Besitzer eingeholt werden sollen?
Ist es korrekt, (gem. dem Protokoll liegt das nahe), dass es nicht vorgesehen ist, dass die Besitzer dieser Erfassung von Daten über ihren Hund zustimmen müssen und keine Ausfertigung des Erfassungsbogen ausgehändigt bekommen ?


Weiter wurde folgendes beschlossen:


Ab 2008 ist für die Körung eines Hundes ein Schilddrüsenbefund notwendig. Zweifelhafte Befunde sollen mit einer im Protokoll namentlich genannten Person besprochen werden. Weiterhin wurde beschlossen, dass nur noch Untersuchungsergebnisse EINES im Protokoll genannten Labors anerkannt werden.


Hierzu meine Anfragen:


Was ist ein "zweifelhafter Befund" ? Ich bitte um genaue Angaben, was als "zweifelhaft" angesehen wird.


Wurde eine Art Ausschreibung veranstaltet, in der Angebote von verschiedenen Labors eingeholt wurden, daraufhin eine Entscheidung nach dem günstigsten Angebot getroffen?


Was zeichnet  (die genannte Person) aus, dass MIT IHR nicht näher bestimmte Befunde "besprochen" werden sollen?


Wann gilt ein Hund als "krank", im Hinblick auf Schilddrüse ?  Wer trifft hier die eindeutige Diagnose?


Weiter wurde im Protokoll die generelle Praxis erwähnt, dass bei unklaren oder grenzwertigen Befunden , eine Nachuntersuchung empfohlen wird.


Meine Anfrage:


Was sind "unklare" bzw. "grenzwertige" Befunde? Ich bitte um genaue Angabe der Kriterien. Wenn eine Nachuntersuchung "empfohlen" wird, dann ist es lt. Sprachgebrauch KEINE PFLICHT. Bedeutet dies also, dass in so einem Fall der Züchter auch die Empfehlung in den Wind schlagen kann OHNE Folgen für die Zuchtzulassung


Als nächstes wurde beschlossen, dass Hunde mit gesichertem, nachgetestetem TgAA positiven Ergebnis nicht in die Zucht genommen werden sollen.


Mein Anfrage:


Was bedeutet "SOLLEN"? Werden sie nun definitiv NICHT in die Zucht genommen oder können sie doch züchten?


Zu diesem Komplex habe ich zusammenfassend an den VS folgendes formuliert:


Zusammenfassend ist zu dem Punkt "Schilddrüsenproblematik" zu sagen, dass lt. dem Protokoll KEINE klare Aussage darüber herrscht, WANN ein Ergebnis bzw. eine Diagnose vorliegt, die zum Zuchtverbot führt.
Dies ist für alle Züchter mehr als unbefriedigend, umso mehr, als "eine Besprechung" von Ergebnissen mit (der genannten Person) ansteht, in der wohl der Züchter selbst  (der den Hund ja letztendlich am besten kennt) gar nicht mit einbezogen wird (jedenfalls ist dies nicht aus dem Protokoll ersichtlich).
Es fehlen klare Richtlinien, die für jeden Züchter klar erkennen lassen, WANN eine Nachuntersuchung ansteht, WANN ein Ergebnis vorliegt, das eine Zucht verbietet und WIE Ausnahmen überhaupt zustande kommen.
Ich bitte um eindeutige Klärung dieses Sachverhaltes.


Weiterhin wurde ein Art Informationspool für Bauchspeicheldrüsenunterfunktion und eine zentrale Informationsstelle für Diabetes mellitus beschlossen.


Hierzu meine Anfrage:


Hier fehlt die genaue Angabe, WIE dieser Informationspool aussehen soll. Wie werden Daten erhoben? Wie werden die Besitzer über die erfassten Daten informiert? Ist hier vorgesehen, dass die Besitzer der Erfassung der Daten zustimmen müssen?
Werden die erfassten Daten auch den Züchtern der Hunde mitgeteilt? Auf welcher Basis werden Daten erfasst?
Ich bitte um Klärung dieser Fragen.


 Es wurde weiterhin ein Beschluss über die Begrenzung von Zuchteinsätzen von Rüden und Hündinnen beschlossen. Bemerkenswert ist hier, dass der ZA in einfacher Besetzung Ausnahmen zulassen kann. Es fehlt allerdings jegliche Angabe, nach welchen Kriterien denn Ausnahmen möglich sind.

 Hierzu meine Anfrage:

 Nach welchen Kriterien kommen die erwähnten Ausnahmen zustande? Ich bitte um detaillierte Ausführung der Ausnahmekriterien.


 Die Tatsache, das der Vorstand nicht gewillt ist, diese meine sachlichen Anfragen zu beantworten, erweckt in mir den Eindruck, dass die getroffenen Entscheidungen nicht auf objektiven Kriterien beruhen, sondern je nach Bauchgefühl von wem auch immer mal so und mal so ausgelegt werden.



 Vor allem die Anfrage über die Erfassung von Daten von nichtgekörten Hunden auf z.B. Spaziergängen besorgt mich sehr. Reichen nicht die Skandale über unberechtigte Datenabgleichungen, die ohne Wissen der Betroffenen durchgeführt wurden? Muss diese Praxis nun auch in der Hundewelt eingeführt werden? Fänden sie es toll, wenn sie wüssten, dass sie ohne Hintergedanken zu einem Eurasierspaziergang gehen und dort wird -OHNE ihr Wissen – ein Erfassungsbogen mit Angaben über z.B. den Allgemeinzustand ihres Hundes angefertigt und an wen auch immer weitergegeben?


 


Das Chaos um das Schilddrüsen screening wird allerdings nun richtig kurios.



 In dem Artikel http://www.rasse-eurasier.pytalhost.de/2008/10/28/ekw-skandal-1-maximale-inkompetenz-oder-simple-intrige/ ist nachzulesen, dass noch am 27.10.2008 der HZW mir und auch einer Besitzerfamilie gegenüber ausgesagt hat, dass ein etwas aus der Norm liegender TSH Wert Anlass für eine Nachuntersuchung ist. Davon ist in dem Protokoll kein Wort mehr zu lesen – nein – jetzt gilt scheinbar der TgAA Wert als das Maß der Dinge.

 Was mich auch wundert:

 Bei dem Blutprofil werden 4 Konzentrationen im Blut bestimmt. Warum kann der ZA nicht wenigstens die Spannen der Konzentrationen angeben, die als „gesund“ angesehen werden?

 Weiterhin wäre es normal, dass man die möglichen 81 Kombinationen angibt, die sich aus den Gesundspannen ableiten lassen und für jede angibt, ob sie zu einer Nachuntersuchung Anlass gibt oder eben nicht.

 (Zur Erklärung: Wenn es für jedem der 4 Werte eine „Gesundspanne“ gibt, dann gibt es für jeden Wert die Möglichkeit innerhalb, oberhalb oder unterhalb dieser Gesundspanne zu liegen. Damit hat man für jeden Wert 3 Möglichkeiten und für 4 Werte ergibt das 81 mögliche Kombinationen.)

 Die Beantwortung eben dieser Frage erachte ich als eine Selbstverständlichkeit, WARUM man diese Antworten verweigert ist mir nicht verständlich.


 


Hier nun Auszüge aus der von mir verfasste Antwortmail an den Vorstand aufgrund der Mail der 2. Vorsitzenden vom 12.2.2009.



 

Hallo Christiane,

ich würde gerne wissen, WELCHE Fragen ich mir selber beantworten kann und mit WELCHEN Möglichkeiten ich GESICHERTE Antworten auf meine Fragen bekommen sollte, wenn  nicht vom verantwortlichen Vorstand, der ja letztendlich für das ,was der ZA tut bzw. beschliesst, verantwortlich ist.
....


Alle meine Fragen sind streng sachbezogen, fachlich vollkommen korrekt und somit berechtigt. Deine Anmerkung bzgl. der Tatsache, dass der VS nicht "meinen persönl. Anschauungen" dienen  muss, ist auch deshalb vollkommen daneben.


...
Deine Bemerkung, das ich "endlich mal was tun" könnte, geht ebenfalls vollkommen am Ziel vorbei, da ich mehr als du denkst für die Rasse tue - da kannst du dir sicher sein.
Mein Schwerpunkt liegt allerdings dort , wo es um Kompetenz geht, nicht um Gelaber und falsche Höflichkeit.
Dass ich nicht bereit bin, auf vollkommen unnötigen Ausstellungen irgendetwas zu tun sondern viel lieber wirkliche Arbeit für den Eurasier leiste, sollte dir bekannt sein.

Ich entnehme deinen Ausführungen, dass der Vorstand also NICHT bereit ist, die Fragen, die ich bzgl. des ZA Protokolls gestellt habe, verbindlich zu beantworten. Vielmehr rätst du mir, mich auf von dir als "Infoveranstaltungen" (WELCHE BITTE) bezeichneten Veranstaltungen zu informieren.
Damit hast du allerdings mein Anliegen vollkommen falsch verstanden. Ich möchte nicht von irgendjemanden irgendetwas mündlich hören, was ev. ein anderer jemanden anderen vollkommen anders beantwortet.
Ich möchte vom VS verbindliche Antworten, die grundsätzlich für alle gelten.

Da der VS diese Antworten nicht geben will, muss ich davon ausgehen, dass der VS hier absichtlich eine unklare Situation aufrecht erhalten will - die Gründe dafür kann man nur erahnen, die, die ich erahne ...


Du schlägst mir vor "aktiv Antworten zu suchen". Was anderes tue ich denn, wenn ich dort anfrage, wo die Antworten liegen müssen? Ein netter Vorschlag, den du aber mit deiner eigenen Reaktion ad absurdum führst.


...


Seis wie es sei, es ist schade, dass der VS wohl lieber "Unklarheiten" aufrecht erhalten will, als Klarheiten zu schaffen. Was bleibt, ist die Tatsche, dass der VS auf der nächsten DV MEINE Fragen beantworten muss, spätestens dann ist Allgemeingesülz nicht mehr möglich. Dass der VS scheinbar grundsätzlich nicht bereit ist, AUSSERHALB der DV Sachfragen verbindlich zu beantworten, ist traurig. Erstaunlicherweise war hier der Ex-Vorstand in jeder Beziehung kooperativer.

Liebe Grüße
Johann