Donnerstag, 9. Juli 2009

Dortmunder Appell - und verwunderliche Reaktionen


Anfang Juli wurde der "Dortmunder Appell" an die Öffentlichkeit gebracht. Dabei handelt es sich um einen Aufruf, der zu einer Wende und einem Umdenken in der Hundezucht auffordert. Auch die bekannte Hundezeitschrift WUFF berichtete darüber.
In vielen Internetforen und auch auf twitter engagieren sich zahlreiche Tierliebhaber, um den Appell bekannt zu machen, um möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, den Appell mit zu unterzeichnen.
Namhafte Unterstützer sind bereit, sich auch öffentlich zu ihrer Unterstützung des Appells zu bekennen (siehe die laufend aktualisierte Liste der öffentlichen Unterstützer).  Es ist allerdings auch möglich (bereits bei der Eintragung), die öffentliche Nennung des eigenen Namens auf dieser Seite zu untersagen.


Auch ich habe in diversen Foren den" "Dortmunder Appell" angekündigt und um Unterstützung gebeten.
Im privaten Eurasierforum einer Amtsträgerin eines Eurasiervereines im VdH führte diese meine kurze Information über den "Dortmunder Appell" zu meinem Rauswurf aus dem Forum.


In einer Eurasiergrupppe auf "wer-kennt-wen"   hat die Inhaberin eben dieses Forums ihr Vorgehen gegen mich sinngermäß so erklärt, dass sie zwar den Appell an und für sich gut findet, es aber absolut inakzeptabel findet, dass man Eurasier und Eurasierzucht mit Qualzuchten und üblen Machenschaften in Verbindung bringt. Dass dies nie meine Absicht war, muss ich hier nicht betonen, aber trotzdem hat die Forumsinhaberin einen Zensurakt vollbracht, der in meinen Augen höchst bedenklich ist.


Die Inhaberin dieses Forums scheint also diesen Appell an und für sich gut zu finden, ihren Forumsteilnehmern aber zensiert sie die Information darüber vor der Nase weg. Die Begründung, dass alleine durch die Erwähnung des Appells in einem Eurasierforum damit ein Zusammenhang zwischen Eurasiern und Qualzuchten bzw. "üblen Machenschaften" zustande kommt, der "absolut inakzeptabel" sei, gibt mir nun verdammt viel zu denken.


Für mich entsteht hier der Eindruck, dass es Kreise geben könnte, die es nicht gerne sehen, dass sich Eurasieroffizielle wie auch einfache Eurasierbesitzer  für den "Dortmunder Appell"  engagieren, da sie einen Imageschaden für die Hunderasse Eurasier befürchten.
Ist das Image unserer Eurasier wirklich so zerbrechlich, dass schon das Engagement für eine bessere Hundezucht im Allgemeinen einen Imageschaden bedeuten könnte? Wenn dem so ist, dann ist es umso wichtiger, dass die Hunderasse Eurasier in ein Fahrwasser kommt, wo eben dieses scheinbar so zerbrechliche Image gestärkt wird. Wäre es nicht im Gegenteil ein positives Zeichen, wenn sich die Besitzer und Funktionäre von Hunderassen, die von weiten Teilen des "Dortmunder Appell"  gar nicht betroffen sind, für den Appell einsetzen würden, ?



Mein unterstützenden Worte auf der Seite des "Dortmunder Appelles"möchte ich hier aufführen und gerne auch näher erläutern:


Meine mehr als 10 jährige Erfahrung im Umfeld der Eurasierzucht, lässt mich zu dem Schluss kommen, dass ein Umdenken dringend notwendig ist.
Rassen können nur durch ständige Zuführung neuen Blutes auf Dauer genetisch gesund erhalten werden. Inzucht und Linienzucht (letztendlich auch Inzucht) müssen konsequent verhindert werden.

Weiterhin ist es höchste Zeit, dass unabhängige Kontrollen für die Einhaltung der Zuchtregularien eingeführt werden. Die Eigenkontrolle der Vereine und Verbände ist - wie bei praktisch allen Arten von Selbstkontrolle in jedweden gesellschaftlichen Bereich-  vollkommen ungenügend.
Der Dortmunder Appell kann ein erster Schritt sein, die Verantwortlichen zu wecken. Deshalb unterstütze ich den Appell aus voller Überzeugung.


Warum mir vor allem der Punkt über unabhängige Kontrollen so wichtig erscheint, möchte ich hier näher erläutern.


Im Rahmen meiner Tätigkeit als Delegierter im EKW habe ich mehr als einmal versucht, im Verein eine Instanz zu schaffen, die die Arbeit vor allem der Zuchtentscheider (das sind lt. Satzung im EKW genau 5 Personen, die 4 LG Zuchtleiter und der Hauptzuchtwart) zumindest formal auf Einhaltung der Zuchtregularien stichprobenhaft kontrolliert.
Meine Argumente, dass der Zuchtausschuss die Regeln für die Zucht macht UND auch noch vollkommen ohne weitere Überwachung die Einhaltung der Regeln selber kontrolliert, und das obwohl der Zuchtausschuss nachgewiesenermaßen in der Mehrheit aus Züchtern besteht -also dem Personenkreis, für den die Regeln gemacht wurden (der Interessenkonflikt ist offensichtlich) -, fanden keine Mehrheit im Verein - im Gegenteil, eine Gegenargumentation zeigt eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Haltung unserer zensierenden Foruminhaberin:  Kontrollen dieser Art könnten das Ansehen des Zuchtausschusses schädigen.


Erneut scheint das Ansehen wichtiger als die substantielle Nachprüfbarkeit der  Arbeit der Zuchtverantwortlichen.
Dies Haltung ist nach meiner Einschätzung Gift für eine hoffnungsvolle Zukunft für die Hunderasse Eurasier. Das Bewusstsein dafür zu wecken, dass eben auch bei der Rasse Eurasier unabhängige Kontrollen unverzichtbar sind, war ein Grund für mich, den "Dortmunder Appell" tatkräftig zu unterstützen.


Es sei hier auch lobend erwähnt, dass bis jetzt 2 meiner EKW Vereinskameraden auch in der Liste der öffentlichen Unterstützer vertreten sind.


Trotzdem hier der Aufruf an alle Leser dieses Artikels:


 


"Unterstützen Sie den Dortmunder Appell"