Dienstag, 1. September 2009

Wenn Regeln nur für andere gelten

Ich möchte hier einige Fälle darlegen, die MIR persönlich genauso passiert sind. Ich denke, es ist nur recht und billig, dass man auch einmal über Vorgänge spricht, die irgendwie so gar nicht zu dem Bild passen, das mein eigener Zuchtverein nach aussen hin aufbaut.
In einer der letzten Ausgaben der Vereinszeitung wurde dazu aufgerufen, sich als Anwärter für die Ausbildung zum Spezialzuchtrichter zu melden. Ich stellte eine entsprechende Anfrage an den Verein, um mir genaueres, vor allem über den Zeitaufwand, mitteilen zu lassen. Daraufhin wurden mir die entsprechenden Ordnungen zugesandt. In der Zuchtrichterausbildungsordnung werden diverse SOLL-Voraussetzungen genannt, die ein Anwärter erfüllen sollte. Weiterhin wurde mir folgender Sachverhalt mitgeteilt:
Zitat:
" Sollten die Voraussetzungen, wie sie in der Zuchtrichterordnung unter §3
und in der Zuchtrichter-Ausbildungsordnung im § 8 aufgeführt sind, für
Sie in allen Punkten zutreffen, so können Sie sich gerne schriftlich bei
mir um diese Ausbildung bewerben. "

Damit war klar, dass eine Bewerbung meinerseits nicht mehr in Frage kam, da dort unter anderem gefordert wird, dass man innerhalb von 5 Jahren mindestens 3 Würfe der Rasse erzüchtet haben muss, die man als Spezialzuchtrichter betreuen möchte. Erstaunt hat mich, dass tatsächlich ALLE Soll-Bedingungen erfüllt werden müssen,um sich zum Spezialzuchtrichter in meinem Verein ausbilden zu lassen.
Aber wie habe ich erst gestaunt, als ich von einem angenommenen Bewerber erfahren musste,der selbst überhaupt noch nie einen Eurasierwurf hatte, der also eine der Soll-Bedingungen mit Sicherheit nicht erfüllte.
Wie man sieht, gelten Regeln nicht für alle gleich. Worauf es allerdings ankommt, dass bei dem einen die Regeln so und bei einem anderen die Regeln irgendwie anders gelten, das bleibt wohl für immer das Geheimnis meines Vereines.
Eine weitere bemerkenswerte Wertschätzung von Regeln musste ich erfahren, als ich mich auf einen Beschluss der Delegiertenversammlung vom letzten Jahr berufen wollte. Dieser Beschluss sagte aus, dass die Delegierten über ihren Landesgruppenleiter Einblick in das Beschlussbuch des Vorstandes nehmen dürfen. Ich habe mich daraufhin an meinen LG Leiter gewandt um eben diesen Einblick zu tätigen.
Daraufhin erhielt ich folgende Antwort:
Zitat:
"Das Beschlussbuch liegt mir nicht vor und ich habe auf der DV gegen diesen Beschluss gestimmt."
Bis auf die Grußformel war das der einzige Inhalt der Antwort. Auf mein Nachbohren und den Hinweis, dass sich auch die an Mehrheitsbeschlüsse zu halten haben, die NICHT FÜR den jeweiligen Beschluss gestimmt haben, bekam ich folgende Antwort:
Zitat:
"Mir ist egal, was Dir egal ist. Es steht Dir ja der Rechtsweg offen, dagegen zu klagen."
Sie können sich sicher vorstellen, dass ich ein wenig baff war, mit welcher Dreistigkeit man Regeln halt mal ausser Acht lässt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mit Sicherheit weiss, dass in einer anderen Landesgrupe des Vereins der dortige LG Leiter sehr wohl Einsicht in das Beschlussbuch bekam und damit auch seinen Delegierten, die in dem DV Beschluss beschlossene Einsicht möglich wurde.
Aber sie sehen: Die Begründung, dass man ja selbst nicht für einen bestimmten Beschluss gestimmt hat, reicht aus, dass man sich an diesen Beschluss nicht halten muss. Der Vollständigkeit muss ich dazu sagen, dass ich diesen Vorgang sowohl dem Vorstand als auch den anderen Delegierten bekannt gemacht habe - aber es erfolgte keine Korrektur und auch keine Rüge an den so handelnden LG Leiter. Damit muss man schliessen, dass sowohl die Mehrheit der Delegierten als auch der Vorstand selbst dieses Handeln billigen.
Was aber bedeutet das für die normalen Mitglieder ?
Wenn man die Schizophrenie auf die Spitze treiben möchte, dann könnte man sagen, die jeweiligen Spitzenfunktionäre des Vereines haben das Recht, die Regeln je nach Gutdünken und abhängig von der Person einmal so und einmal so anzuwenden oder eben ausser Acht zu lassen.
Wenn das aber so sein sollte, wie muss man dann die Versicherungen werten, die den Welpenkäufern in der Öffentlichkeit gemacht werden? Hängt es von den Personen ab, ob sie sich an die Regeln halten müssen oder eben nicht? Kann das ein Mitgrund dafür sein, dass man meine Anträge auf Einsetzung einer Kontrollkommission, die die Einhaltung der Regularien unabhängig prüfen sollte, nicht nur einmal abgelehnt hat?
Um wieviel wichtiger erscheint mir da der Hinweis auf den Dortmunder Appell und meinen Beitrag, "was man denn schon jetzt tun kann."
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