Montag, 19. Oktober 2009

Schwarzbuch Hund - von Chris Jung

Ich erachte dieses Buch als eines der wichtigsten Druckerzeugnisse der letzten 15 Jahre auf dem Gebiet des  Hundewesens im allgemeinen und zum Thema Rassehunde im speziellen. 
Chris Jung erläutert auf eindrucksvollste Weise und mit großem Fingerspitzengefühl für jüngste Forschungsergebnisse die Hundwerdung der Wolfsabkömmlinge. Dabei zeigt er überzeugend auf, dass die Hundwerdung nur unter Berücksichtigung der Evolution des Menschen schlüssig erklärt werden kann. Aber er geht noch weiter: Er zeigt auch auf, dass die Evolution des Menschen OHNE den Hund mit Sicherheit anders verlaufen wäre als sie es letztendlich ist.
Diese durchaus revolutionären Denkansätze lassen den Hund als besten Freund des Menschen in einem neuen Licht erscheinen.
Alleine diese Gedankengängen machen dieses Buch zu einer Pflichtlektüre für echte Hundefreunde und jene, die es werden wollen. Jeder Welpeninteressent sollte dieses Buch lesen BEVOR er sich zum Kauf eines Hundewelpen entscheidet.
Chris Jung beleuchtet den Kommerz um den Rassehund und die daraus resultierende Geringschätzung des Hundewohls. Auch die Scheinheiligkeit diverser Verbände und Vereine, die letztendlich am Niedergang so vieler Hunderassen mit Schuld sind und sich hinter religionsartigen, unbeweisbaren Behauptungen verschanzen, versucht der Autor zu schildern. 
Er prangert das Fehlen jeglicher unabhängiger Qualitätskontrollen in der Rassehundezucht an und belegt eindruckvoll das Vorgehen des sektenartigen Kartells der Rassehundezucht in der sich die Produzentenlobby zum Nachteil der Welpenkäufer selber hochlobt und messiasgleich als den einzigen Heilbringer der Hundezucht hochstilisiert. Das Schwarzbuch Hund versetzt den unbedarften Hundeinteressenten in die Lage, diese Mechanismen zu durchschauen und nicht darauf hereinzufallen.



Schwarzbuch Hund
Die Menschen und ihr bester Freund.

Paperback, kartoniert
280 Seiten
ISBN: 3837030636
EAN: 9783837030631
24,90 Euro

Montag, 12. Oktober 2009

Einmal mit dem Hund auf einer Ausstellung und Schluss mit Anonymität

Unter den Besitzern vieler Rassehunde sind immer wieder Menschen, die nicht so gerne in der Öffentlichkeit in Erscheinug treten wollen. Dies kann ganz unterschiedliche Gründe haben, die im Detail nicht von Interesse sind.
Ob diesem Personenkreis klar ist, dass es ein Leichtes ist, IHREN konkreten Namen mit dem Names ihres Hundes in eindeutige Beziehung zu setzen, wenn sie nur ein eintziges Mal an einer Rassehundeausstellung mit ihrem Hund teilgenommen haben?
Zahlreiche Vereine veröffentlichen die Ausstellungsergebnisse im Internet und es reicht, den Namen des Hundes in eine Suchmaschine ein zutippen, und SCHWUPP : Man gelangt ohne große Probleme auf Seiten, die den Namen sowohl des Züchters als auch des Besitzers zeigen.
Besonders gefährlich wird die Sache jetzt, wenn ein Verein oder ein Verband zusammen mit den Daten des Hundes auch noch Teile der Addresse (z.B. die PLZ) des Besitzers speichert.
Wer immer Zugang zu diesen Daten hat, kann nun in der Regel die genaue Addresse des Besitzers und/oder die Telefonnummer des Besitzers in Erfahrung bringen.
Sind SIE Mitglied in einem Verein, der Hundedaten sammelt? Wissen Sie WELCHE Daten an WEM weitergegeben werden? Haben Sie mit Ihrem Hund wenigstens einmal an einer Ausstellung teilgenommen?

Solange Sie nicht zu den Personen gehören, die es groß stört, dass man über den Namen ihres Hundes ihre Addresse bzw. Telefonummer herausfindet, wird sie diese Information nicht weiter interessieren.
Sollten Sie aber zu den Personen gehören, die das doch stört, sollten sie bei Ihrem Verein konkret nachfragen WER Zugang zu WELCHEN DATEN über ihren Hund besitzt und dies gegebenenfalls verbieten.