Montag, 28. Dezember 2009

Eurasier und ihre Krankheiten

Kranke Eurasier sind nach wie vor in weiten Kreisen der etablierten Eurasiergemeinde ein Tabuthema.  Dieses Tabu werde ich in den nächsten Monaten brechen und in unregelmäßigen Abständen über Eurasier und ihre Krankheiten berichten.
Ein Grund dafür ist auch ein Fall, der mir vor kurzen bekannt wurde. Hier durchlief die Besitzerin eines Eurasiers eine wahre Odyssee, bis sie letztendlich an einen mutigen Tierarzt geriet, der ihren Hund auf Schilddrüseninsuiffizienz untersuchte. Da in diesem Fall die Symptome durchaus verwirrend waren und sogar ein Tierarzt auf die Idee verfiel, den Hund auf Reisekrankheit zu therapieren, hätte sich die Besitzerin gewünscht, das sie von ihrem Verein auf Krankheiten in der Familie des Hundes hingewiesen worden wäre. So informiert hätte sie den Tierarzt sehr viel gezielter um eine Diagnose bitten können und sich so viel Zeit, Geld und vor allem Aufregung ersparen können.
Es ist vollkommen unverständlich, dass die Vereine offensichtlich nicht einmal die eigenen Mitglieder über auftretende Krankheiten in den Familien der Hunde informieren. Vor allem Krankheiten, die einen erblichen Anteil besitzen bzw. vermuten lassen, müssten den Besitzern von Hunden der näheren Verwandschaft des jeweils erkrankten Hundes zeitnah mitgeteilt werden. Auf diese Weise könnte im Verdachtsfall sehr viel gezielter diagnostiziert werden und viel unnötiger Aufwand gespart werden.
Leider gibt es immer noch Eurasierbesitzer, die sich sogar verbitten, dass über eine Krankheit ihres Eurasiers irgendetwas an andere Personen weitergegeben wird. Diese Besitzer sind letztendlich die Totengräber der ganzen Rasse, da sie nicht im Ansatz verstanden haben, wie wichtig es ist, Informationen über vererbbare Krankheiten an die GESAMTE Eurasiergemeinde zu melden.
Noch um vieles schlimmer und für die Rasse als Ganzes höchst gefährlich sind die Züchter, die eine Erwähnung eines in ihrer Zuchtstätte erzüchteten Hundes im Zusammenhang mit einer Krankheit als Rufschädigung betrachten. Genau dieser Geist ist letztendlich auch bei sogenannten Hobbyzüchtern der Beweis ihrer reinen Kommerzorientierung, die einen tadellosen eigenen Ruf über das Wohl der Rasse als Ganzes stellen.
Solange die Vereine und Verbände diesen Geist nicht durch entsprechende Satzungen ausrotten (was ohne weiteres möglich wäre), solange werden eben diese Vereine und Verbände auch den Makel nicht los, dass sie selbst dem Kommerz eine Bedeutung zu gestehen, der den Beteuerungen in den Publikationen diametral entgegen steht.
Ich werde natürlich nicht die vollen Namen der jeweiligen Hunde nennen, da ich nicht davon ausgehen kann, dass die jeweiligen Besitzer und Züchter zu den  Einsichtigen gehören. Über die Besitzer und Züchter geben meine Quellen originär sowieso keine Auskunft, da persönliche Daten darin nicht enthalten sind.
Wer immer sich an mich wendet und anomysierte Auskünfte über die aufgetretenen Krankheiten in der Familie seines Hundes erbittet, wird von mir mit einer Fragenliste versorgt, die er den Zuchtverantwortlichen seines Vereines vorlegen kann. Die Antworten auf diese Fragen sollte er sich dann schriftlich von seinem Verein geben lassen. So ausgerüstet, kann man dann im Falle eines Falles dem behandelnden Tierarzt sehr viel bessere Informationen liefern, um erheblich schneller eine Diagnose zu stellen.
Sollten sie auf die Fragen KEINE Antworten bekommen, dann ist es an Ihnen, zu entscheiden, ob sie dieses akzeptieren oder ihre Kraft dafür einsetzen, das sich dies in ihrem Verein ändert. Die Macht dazu haben sie - sie wählen die Vereinsverantwortlichen.

Ich bitte um Verständnis, dass ich Anfragen erst ab Mitte Januar 2010 bearbeiten kann.