Montag, 26. Juli 2010

Eurasier - Rückgang der Welpenzahlen

Wer sich auf der Seite des VdH die Welpenzahlen der im VdH erzüchteten Eurasier in den Jahren 2006 bis 2009 anschaut, der wird sehen, dass ein kontinuierlicher Rückgang von 499 auf 339 Welpen stattgefunden hat. Dies bedeutet, dass seit 2006 ein Rückgang von mehr als 30% zu verzeichnen ist.
Es sei bemerkt, dass dieser Rückgang die Zahlen innerhalb des VdH betrifft. In den letzten 4 Jahren haben sich von den VdH Eurasiervereinen neue Gruppierungen abgespalten, die nun nicht mehr unter dem Dach des VdH ebenfalls Eurasier züchten. Wenn man die Zahlen kennt, dann kommt unweigerlich die Frage auf, warum sich immer mehr Züchter vom VdH abwenden und z.T. unter Eigenregie oder in Nicht-VdH Vereinigungen Eurasier züchten.
Für mich ist diese Frage, zumindest was den Verein betrifft, dem ich angehöre, beantwortet: Man will es so. Als ich mich vor Kurzem in meiner Landesgruppe wieder zur Delegiertenwahl stellte, habe ich in meiner Vorstellung als meine wichtigste Intention angegeben, dass man alles dafür tun sollte, um die von den Vereinen abgefallenen Züchter wieder unter das Dach der VdH Vereine zu holen. Mit dieser meiner offenen Haltung gegenüber diesen Züchtern hatte ich keine Chance auf eine Wiederwahl.Ich erzielte das schlechteste Wahlergebnis aller Kandidaten.
So komme ich zu dem Schluss, dass, zumindest die Mitglieder meiner Landesgruppe meines Vereines, keinen Delegierten wollen, der sich um eben jene Züchter Gedanken macht, die sich von den 3 VdH Vereinen abgewendet haben. Ideen, wie man Züchtern, die außerhalb des VdH Eurasier züchten, einen VdH Verein wieder schmackhaft machen könnte, gäbe es genug, aber auch drängt sich mir der Eindruck auf, dass man das so gar nicht will.
Ich selbst bin der Meinung, dass die Zukunft den Züchtern und Zuchtorganisationen gehören wird, die mit Alleinstellungsmerkmalen aus der Menge der Eurasierzüchter herausstechen. Dazu gehören z.B. die Offenlegung der Ergebnisse der Gesundheitsuntersuchungen, die bei den Elterntieren eines Wurfes durchgeführt wurden.
Aber auch Maßnahmen, wie man Eurasierbesitzer an die Zucht heranführt, werden über das Wohl der Rasse auf mittlere bis lange Frist entscheidend sein.
Immer mehr Besitzer fragen sich letztendlich, warum sie teure Untersuchungen machen lassen sollten, diese Ergebnisse dann den Vereinen unentgeltlich zur Verfügung stellen sollen und für die Körung ihrer Tiere (bzw. die Zuchtzulassung)auch noch einmal zu bezahlen.
Die Zuchtvereinigung, die Eurasierbesitzern als erste eine Prämie dafür bezahlt, dass sie ihre Tiere kören lassen (und zwar unabhängig von einer bestehenden Vereinszugehörigkeit), wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen markanten Zuwachs an zuchtfähigen Tieren bemerken. Eine große Zahl zuchtfähiger Tiere aber ist die grundsätzliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Eurasierzucht. Wer ein zuchtfähiges Tier besitzt und dies weis, ist sicher eher bereit, über eine Zuchteinsatz seines Tieres nachzudenken, als ein Besitzer, der gar nicht weiss, dass sein Tier für die Zucht wertvoll ist.
Da Zuchtvereine ja im Normalfall für die Zucht zuständig zeichnen sollten, sollten eben diese Zuchtvereinigungen auch ihre finanziellen Mittel verstärkt dafür einsetzen, an Gesundheitsdaten von Eurasiern zu kommen. Wenn aber für die Besitzer zusätzliche Kosten entstehen, wenn sie ihre Tiere zum Wohle der Rasse kören bzw. zur Zuchtzulassung vorstellen, dann erscheinen mir hier die Lasten zu einseitig auf die Seite der Besitzer abgewälzt.
Ich denke, dass die Zukunft denjenigen Züchtern und Zuchtvereinigungen gehört, die offen, progressiv und vor allem kreativ auf die Welpeninteressenten zugehen. Dazu gehören in erster Linie nachprüfbare Aussagen und explizite Anreize für Eurasierbesitzer. Ob man mit Geldprämien, kostenlosen Jahresmitgliedschaften oder anderen Anreizen zum Erfolg kommen wird, werden letztendlich die umworbenen Welpeninteressenten entscheiden.