Dienstag, 28. Februar 2012

Vorschläge für zukunftsfähige Zuchtvereine


Ein Problem bei Zuchtvereinen sehe ich grundsätzlich in der Materie ZUCHT selbst verankert. Es gibt wohl kaum 2 Züchter einer Hunderasse, die in ALLEN Punkten bzgl. Zucht übereinstimmen. Damit sind schon Vormachtskämpfe programmiert. Wer kann SEINE Ansichten am Besten durchsetzen? Wie kann man Verbündete FÜR seine Ansichten gewinnen? Wer als Züchter viele Welpenkäufer in den Verein bringt, der wird über kurz oder lang einen Fanclub FÜR seine Ansichten aufbauen. Aus der Sicht der Züchter könnte man also meinen, dass es nur darauf ankommt, dass man viele Welpen absetzt, die Käufer in den Verein holt, diese Neumitglieder dann möglichst so betreut, dass sie einem das Wort reden und man so als Züchter seine Vormachtstellung im Verein ausbaut.
Damit sind aber schon Diskrepanzen vorprogrammiert. Warum sollten gerade die Ansichten eines zahlenmäßig erfolgreichen Züchters die Richtigen sein?
Die Züchter aber sind nur das eine Problem. Auch an anderen Stellen eines Zuchtvereines kann es zu Reibungspunkten kommen, die auf Dauer einen Verein nicht nur zermürben sondern eventuell sogar handlunsunfähig machen. Genannt seien hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Bereiche Aussendarstellung, Werbung, Zuchtförderung, Zuchtauswahl, Zuchtplanung, Mitgliederbetreuung,  Zuchtregularien.
Je größer ein Zuchtverein wird, desto länger wird die Liste der Aufgaben, die so ein Verein abzuarbeiten hat.
Wer nun glaubt, all diese Aufgaben könnten in einem größeren Zuchtverein erfolgreich durch einen Vorstand von sagen wir mal 5 Personen abgehandelt werden, der glaubt an wahrhaft übermenschliche Leistungen, die in der Realität so gut wie nie zu erbringen sind.
Wer auf der anderen Seite denkt, die Mitgliederversammlung oder ein Gremium, das an deren Stelle als Abgeordnetenhaus der Mitglieder fungiert, könne all die anfallenden Aufgaben und Entscheidungen regeln bzw. vorrausschauend regulieren, der verkennt die Brisanz mancher Problematiken, die keine schwerfällige parlamentarische Regelung vertragen.In vielen Fällen müssen tagesaktuelle Entscheidungen getroffen werden, die keiner langen Diskussion zugängig sind, da sonst in unserer schnelllebigen Zeit Chancen vertan werden bzw. Entwicklungen verschlafen werden.
In größeren Zuchtvereinen sehe ich den besten Weg, diesen Herausforderungen gerecht zu werden, darin, die Vorstandschaft des Vereines mit jeweils einen Vorstand pro Resort auszustatten und diesem jeweiligen Ressortvorstand in seinem Ressort weitestgehende Autonomie zu gewähren - und zwar auch satzungsmäßig.
Die passende Ressortaufteilung ist sicher die Kunst eines erfolgreichen Vereins.
Man mag nun sagen, viele Köche verderben den Brei. Dieser Spruch ist dann sicher richtig, wenn alle Köche gleichzeitg am selben Gericht arbeiten. Aber wenn sich ein Koch auf den Salat, ein anderer auf das Dessert und wieder ein anderer auf das Hauptgericht konzentriert, dann stimmt dieser Satz eben nicht mehr.
Ein weiterer Punkt, der in großen Zuchtvereinen immer wieder zu Reibereien führen kann, besteht in den Zuchtregularien und den damit verbundenen Ämtern. Zuchtwarte, Zuchtrichter, Körmeister, Zuchtregler und noch viele andere Bezeichungen findet man in Zuchtvereinen. In meist komplexen Regelwerken werden Vorraussetzungen niedergeschrieben, WIE Zucht im Verein erfolgen sollte. Wenn sie in diesen Regularien immer wieder Ausdrücke wie "... in begründeten Fällen kann der Oberzuchtnichtverantwortliche eine Ausnahme von dieser Regel gewähren.....", dann ist dies für mich schon ein nahezu sicheres Zeichen, dass dieses Regelwerk nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben ist.
In vielen Satzungen bzw. Zuchtordnungen finden sich Voraussetzungen, die ein Anwärter für die Ausbildung auf ein Zuchtamt hin erfüllen soll. Nicht selten wird vorausgesetzt, dass der Anwärter selber eine gewisse Anzahl von Würfen der Rasse in seiner eigenen Zuchtstätte erfolgreich aufgezogen hat. Kann es sein, das in ihrem Zuchtverein ein Amtsträger existiert, der eine oder mehrere Voraussetzungen gar nicht erfüllt?  Aber ich bin mir sicher, dass dann in ihrer Satzung oder einer Ordnung eine Ausnahmegewährungsklausel wie oben erwähnt verankert ist.
Mir stellt sich nun die Frage, ob die so gestrikten Ordnungen, die z.T. nahezu unerfüllbare Sollvorraussetzungen enthalten, nicht in erster Linie dazu dienen sollen, "unerwünschte" Personen von der Erlangung eines Zuchtamtes auszuschliessen. Den Erwünschten kann man ja dann ganz satzungskonform eben eine Ausnahme gewähren und alles hat seinen guten Gang.-zumindest vordergründig.
Alleine die Tatsache, dass hier Autoritäten installiert werden, die AUSNAHMEN VON REGELN erlauben dürfen, ist für mich ein Zeichen dafür, dass Streit praktisch programmiert ist. Das Schlimmste, was nun einem Zuchtverein passieren kann, ist, dass er einen Teil seiner Züchter verliert, weil  dieser Teil der Züchter nicht mit den Regeln bzw. den gewährten Ausnahmen einverstanden ist und diese Gruppe keine Mehrheiten im Verein auf sich vereinen kann.
Dieser Gefahr begegnet man nach meiner Meinung einfach damit, dass im Verein NIEMAND über die Zuchttauglichkeit eines Tieres entscheiden darf. Der Verein möge zwar die Regeln aufstellen, welche medizinischen Vorraussetzungen vorliegen müssen, damit ein Hund zuchttauglich ist, der Verein möge es aber unterlassen, die Auswertung dieser Regeln auch nur im geringten Falle durch ein Vereinsamt vorzunehmen. Die einzige Instanz, die einen medizinischen Befund erstellen darf, ist nach meiner Meinung ein Tiermediziner. Und sobald ein gemäß den Zuchtregeln nicht korrekter Befund von einem Tierarzt vorliegt, dann ist dieses Tier nicht zuchttauglich - ohne jegliche Ausnahme.
Klingt dies in vielen Ohren noch sehr plausibel, so wird eine unmittelbare Folge der Anerkennung so einer Regel, vor allem in den Ohren stark traditionsbewusster Zuchtvereinshaudegen, auf wenig Gegenliebe stossen. Sobald nämlich gemäß den Zuchtregeln KEINE medizinischen Befunde gefunden werden, gibt es auch keinen Grund, diesem Hund die Zuchttauglichkeit zu verwähren. Und genau an dieser Stelle macht sich ein Machtverlust bemerkbar, dem diejenigen, denen diese Macht droht, genommen zu werden, in manchen Fällen mit abenteuerlichen Begründungen entgegen wirken. Als Fazit sehe ich folgendes: Solange große Zuchtvereine nicht in der Lage sind, Regeln zu formulieren, nach denen Tierärzte Befunde erstellen können, um die Zuchttauglichkeit OHNE Entscheidungsbedarf eines Vereinsfunktionärs zu bewerten, solange wird in großen Zuchtvereinen gerade die Frage der Zuchttauglichkeit ein Streitpunkt bleiben, der im schlimmsten Fall einen Verein an den Rand des Zusammenbruchs bringen kann.
Der Aufschrei von Traditionalisten mag nun groß sein, unterlasse ich doch scheinbar den wichtigen Teil des Charakters und des Wesens eines Hundes. Auch hierfür gibt es ja nahezu unzählige Ämter in Vereinen, die sicherstellen sollen, dass kein Hund in die Zucht geht, der nicht ein entsprechendes Wesen aufweist. Diese Ämtern sind oft verwoben mit den Ämtern um Beurteilungen und Zuchtplanungen. Es besteht wohl kein Zweifel darüber, dass man das Wesen eines Hundes nicht mittels medizinischer Befunde bestimmen kann. Ich behaupte sogar kühn, dass die objektive Beurteilung des Wesens eines Hundes so gut wie unmöglich ist. Dass ich damit an traditionellen Ansichten vieler Zuchtkundiger rüttle, ist mir bewusst. Im Grunde aber rüttle ich damit wohl eher an Kompetenzen und Ämtern, an Mitspracherecht-  kurzum: an MACHT.
Das Wesen eines Hundes, so es überhaupt der kleinsten Beurteilung zugängig ist, kann am Besten der Halter beschreiben. Und ich spiele den Ball für die Verantwortung dafür auf den zurück, der letztendlich ja eh für einen Zuchtakt der Alleinverantwortliche ist: der Züchter.
Ein Züchter, der z.B. mit einer aggessiven Hündin riskiert, zu züchten, möge dieses Risiko eingehen.Ich speche jedem Zuchtverein ein Urteil darüber ab. Dies umso mehr, als ja der Verein wohl in keinem Falle irgendeine Verantwortung für die Zuchtergebnisse übernimmt, der Alleinhaftende gegenüber den Welpenkäufern ist doch in nahezu allen Fällen der Züchter , nicht der Verein. Ich möchte nicht ausschliessen, dass es Vereine gibt, die auch als Haftende gegenüber den Welpenkäufern auftreten, aber in allen Fällen, in denen dies nicht der Fall ist, bin ich ich der Meinung, dass sich der Verein aus dieser Frage komplett heraushalten sollte.
Als nächstes gilt es den Bereich zu beleuchten, der sich mit den tierschützerischen Aspekten der Zucht befasst. Natürlich kümmern sich Zuchtvereine auch darum, ob die Züchter tierschutzrelevante Vorraussetzungen für die Zucht erfüllen, wie z.B. notwendige Räumlichkeiten, Ausläufe, aber auch Kenntnisse zur Zucht und Haltung. Aber auch hierfür sehe ich  Lösungsmöglichkeiten. Man könnte andenken, dass man als Verein Tierärzte beauftragt, die vom Verein vorgeschriebenen Regelungen hierfür zu überprüfen und dem Züchter die Regelkonformität bestätigt  - oder eben auch nicht. Die grundsätzliche Idee, dass man auch hier auf keinen Fall Vereinsfunktionäre für die Überprüfung einsetzt, zielt erneut darauf ab, jedweden Reibungspunkt zu vermeiden.

Man mag mir vorwerfen, dass in meinen Überlegungen viel zu viele Bereiche, die in traditionellen Zuchtvereinen intern abgehandelt werden, plötzlich externe Kompetenzträger (in der Regel Tierärzte) kontrollieren sollen. Man mag mir vorwerfen, dass ich damit ja grundsätzlich unterstelle, dass Zuchtvereine intern gar nicht funktionieren können. Ja, ich gebe zu, ich glaube tatsächlich, dass Zuchtvereine ab einer gewissen Größe (ich schätze mal so ab 100 Mitgliedern) nicht mehr auf ein harmonisches Miteinander in jedem Falle setzen dürfen. Jeder hat den besten Hund der Welt - und das ist gut so. Diese für den Hund gute Einstellung eines Halters wird zum Fiasko, wenn so ein Halter jetzt Einfluß in einem Zuchtverein anstrebt und bekommt. 
Es ist vollkommen menschlich, dass man in nahezu allen Zuchtbelangen immer den eigenen Hund vor Augen hat, oder zumindest ein Ideal, das man sich selber macht. Aber nicht die Verfolgung EINES IDEALS eines oder weniger Halter eines Rassehundes führt, nach meiner festen Überzeugung, zu praktikablen und objektiven Regeln - und noch viel weniger zur objektiven Anwendung von Regeln für alle Züchter einer Rasse. Man mag mir vorwerfen, dass die Ideale der Rassen ja in den Standards fixiert sind. Ich bin aber der Meinung, dass Standards viel zu viel Spielraum für Interpretationen lassen und in vielen Fällen eher hinderlich als hilfreich sind. Gerade in Bezug auf Verhinderung von Qualzuchten und Auswüchsen von Modetrends haben Standards zu wenig anzubieten.

Man mag mir auch vorwerfen, dass ich grundsätzlich davon ausgehe, dass in größeren Zuchtvereinen Streit grundsätzlich vorprogrammiert ist. Und ja, ich denke tatsächlich, dass allzu menschliches immer eine Realität ist. Wo Menschen  sich zu Interessensgruppen zusammenschließen, dort sind Menscheleien Alltag. Dies zu leugnen würde ich als weltfremd bezeichnen. Da es in Zuchtvereinen um LEBEWESEN geht, bin ich der festen Überzeugung, dass schon der Respekt vor der Kreatur jede Anstrengung, Menscheleien soweit wie möglich zu verhindern, rechtfertigt. Es geht um das Wohl der Hunde -  nicht um das persönliche Wohl der einen oder anderen Gruppe. Ich glaube tatsächlich, dass mein Ansatz, den ich in den obigen Ausführungen näher erklärt habe, dazu geeignet ist, in vielen Fällen harte Konfrontationen aufgrund allzu menschlicher Züge zu verhindern oder zumindest erheblich zu erschweren. Dem Wohle unserer Hunde kann dies nur zuträglich sein, davon bin ich fest überzeugt.
Habe ich bisher die Vorteile meiner Vorschläge nur im Hinblick auf ein neutraleres Miteinander in Zuchtvereinen dargelegt, so möchte ich auch auf die Vorteile im Hinblick auf Steigerung der Effizienz eingehen.
Wenn man, so wie ich vorschlage, viele bisher in Zuchtvereinen intern durchgeführte Handlungen auf externe Leistungserbringer (zumeist Tierärzte) auslagert, so ist die logische Folge, dass mehr Kapazitäten für andere Tätigkeiten im Verein frei werden. Dies spielt meinem Vorschlag, die Tätigkeiten in Vereinen ressortmäßig auf Vorstandsposten verantwortlich zu verteilen, in die Hände. Wenn mehrere Personen gebraucht werden, um verschiedene Ressorts möglichst autonom zu leiten, dann muss man auf der anderen Seite Kapazitäten freimachen. Die Personen, die sich in Vereinen bisher mit Zuchttauglichkeitsabnahmen beschäftigt haben, würden frei werden und könnten andere Tätigkeiten oder eben sogar Ressorts als Vorstand übernehmen. Aber noch viel interessanter ist der Umstand, dass  Personen, die sich bisher mit konkreten Hunden beschäftigt haben, doch nun Zeit hätten, sich mit der Population an sich zu beschäftigen. Die Beschaffung statistischer Daten zur Rasse ist ein so wichtiger Aspekt für erfolgreiche Rassehundezucht, dass man diesen Sektor unbedingt stärken müsste - und mit freiwerdender Kapazität auch stärken könnte. Kluge Fragestellungen an statistische Daten ist eine logische Konsequenz einer verstärkten Datenerhebung. Auch dafür braucht man Menschen.
Mein Vorschlag, Zuchtvereine in Vorstandsressorts aufzuteilen, die von dem jeweiligen Vorstand möglichst autonom geführt werden, hat aber, wie ich meine, noch einen anderen, nicht zu unterschätzenden Vorteil. Wenn Menschen die Chance haben, ein Ressort, das ihren Neigungen oder ihrer Ausbildung entspricht, autonom gestalten zu können, dann ist dies für nicht wenige ein Anreiz, eine spannende Aufgabe, eine Chance zur Selbstverwirklichung. So ein Amt muss nicht als Last betrachtet werden sondern kann sogar Spass machen.

Noch ein Punkt erscheint mir erwähnenswert. Hundezuchtvereine sind nach meiner Erfahrung oft von Menschen dominiert, die in vielerlei Traditionen feststecken. Damit wird ein Hinterfragen von Traditionen nicht nur erschwert sondern manchmal sogar unmöglich gemacht. Man mag in Traditionen solange verharren, solange es für den Verein und vor allem für die Rasse von Vorteil ist. In schwierigen Phasen eines Vereines (dabei kann es sich um Desinteresse von Seiten der Mitglieder für Ämter handeln, um unüberwindliche Steitereien unter Gruppierungen, um Misstrauen unter Mitgliedern oder Amtsträgern, etc.) halte ich es für unumgänglich, gerade Traditionen zu hinterfragen und auch mal mutig damit zu brechen. Der Fortschritt und die Entwicklung macht auch vor Zuchtvereinen nicht halt.
Sich diesem Fortschritt, auch und gerade im soziologischen, informationstechnischen und auch gesellschaftlichen Umfeld, nicht progressiv zu stellen und den eigenen Standpunkt und die eigene Rolle immer wieder innerhalb dieser Pole neu zu bewerten und auch mal mit Risiko neu zu formulieren, führt auf Dauer zum Stillstand. Stillstand aber ist Rückschritt und kann eigentlich nicht im Sinne eines erfolgreichen Zuchtvereines liegen.
Meine hier formulierten Vorschläge brechen an vielen Stellen mit Traditionen. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass der Erfolg eines Zuchtvereines erheblich davon abhängt,  wie weit er es schafft, Traditionen dort zu überwinden, wo sie der Bewältigung von Krisen im Wege stehen. Dass so ein Vorgehen Traditionalisten erst mal schockt, liegt in der Natur der Sache. Für den Erfolg von Zuchtvereinen sind nach meiner Überzeugung Zäsuren manchmal unerlässlich. Es stellt sich die Frage, ob man besser Traditionalisten brüskiert oder Menschen, die in eine Zukunft schauen wollen.Für mich persönlich ist die Antwort klar.

Schlusspunkt meiner Überlegungen sei eine abschließende Bemerkung znm Thema "persönliche Antipathie". In Zuchtvereinen sind nicht immer alle Mitglieder nur FREUNDE. Dies zu fordern wäre in meinen Augen purer Unsinn. Ein Verein ist letztendlich eine Interessensgemeinschaft, weiter nichts. Dass man in einem Verein nicht mit allen Menschen gleich gut auskommt, ist etwas vollkommen normales. Demokratische Strukturen sind in Vereinen ein Grundpfeiler, um dieser einfachen Tatsache Rechnung zu tragen - Mehrheiten entscheiden. 
Kommt es nun vor, dass jemand gegen ein spezielles Mitglied oder einen Amtsträger eine ausgeprägte Antipathie hat, dann ist dies auch erstmal noch nichts ungewöhnliches  und auch etwas durchaus menschliches. Gefährlich wird es, wenn einer oder gar beide der Beteiligten anfangen, mit dieser Antipathie im Verein "hausieren" zu gehen. Stimmung gegen den anderen machen, hinter vorgehaltener Hand tuscheln, die Antipathie gegen den anderen "verbreiten", um des eigenen Vorteils willen oder als Spass an der Freude. Ich persönlich bin der Meinung, dass so eine Handlungsweise, sobald sie von Verantwortlichen Amtsträgern wahr genommen wird, aufs schärfste unterbunden werden muss. Wird so ein Verhalten gar von Amtsträgern praktiziert, so sollten die Mitglieder des Vereines, denen klar ist, dass so ein Verhalten ein Vereinsklima unendlich vergiftet, alles daran setzen, diesen Amtsträger aus dem Amt zu entfernen.
Oftmals wird so ein Verhalten von dem ein oder anderen Vergifter unter dem Deckmantel des "Wohls für den Verein" verkauft. Wer darauf herein fällt, findet sich plötzlich in Situationen wieder, die, wenn man sie ihm einfach vor Augen hält, er selbst für unmöglich halten würde.Dieses Gift ist gefährlich, sehr gefährlich. Gutes Engagement darf nie in Fanatismus umschlagen, damit wird Engagement selbst ins Gegenteil gekehrt. Gerade der oftmals stark emotionsbehaftete Bereich der Hundezucht und der Liebe zum Hund bildet ein offenes Tor für diese Art von Vergiftungsversuchen. 
Sich darüber bewusst zu sein, ist zumindest eine erste Hilfe, dieser Vergiftung zu widerstehen. Ein guter Rat, lautet: IMMER mit den 2 beteiligten Seiten kommunizieren, NIE nur der einen zuhören. 

Samstag, 25. Februar 2012

Wann ist ein Zuchtklub kaputt?

Im folgenden gebe ich meine eigenen, sehr subjektiven Gedanken, zu dem Thema wieder, wann ein Hundezuchtklub so kaputt ist, dass es besser wäre, er würde sich auflösen.
Nehmen sie einmal an, sie sind Mitglied eines Hundezuchtklubs. Dieser Klub verkündet stolz in seiner Vereinszeitung, wie toll alles läuft, wie schön man Hunde züchtet, usw. usf.
In Wahrheit sieht es allerdings so aus, dass die Zahl der Welpen pro Jahr, die in dem Klub erzüchtet werden, sich innerhalb von sagen wir mal 5 Jahren mehr als halbiert hat.
Wenn nun dieser Klub durch seinen Vorstand weiterhin seinen Mitgliedern gegenüber behauptet, dass in der Zucht alles bestens läuft, dann bin ich der Meinung, dass dieser Klub ziemlich kaputt ist, da man tatsächlich glaubt, man könne durch die Verkündung von Wunschdenken, Mitglieder bei der Stange halten.

Stellen sie sich vor, dass sie als Mitglied, das sich für die Belange ihres Klubs interessiert, einige Fragen an den Vorstand ihres Klubs schicken und sie noch andere Aktive des Klubs über diese ihre Anfrage in Kenntnis setzen. Auf ihre Anfrage reagieren einige der "benachrichtigten" Aktiven, aber keiner der Adressaten vom Vorstand. Die reagierenden Aktiven antworten allerdings nicht auf ihre Fragen, sondern empören sich darüber, dass sie sich erlauben, in Bezug auf Angelegenheiten des Vereines überhaupt Fragen zu stellen.
Stellen sie sich vor, sie bekommen Reaktionen wie:

Sehr geehrter Herr xxx, 
haben Sie eigentlich sonst nichts zu tun? Manche Leute haben ein Problem und manche Leute sind ein Problem. Ich überlasse es Ihrer Phantasie, in welcher der beiden Kategorien Sie sich einordnen.


Würde man so eine Reaktion auf eine Anfrage sagen wir mal zu einem Amtsrücktritt bekommen, dann ist es meine feste Überzeugung, dass in so einem Fall ein Zuchtverein maximal kaputt ist.
Ein Umgang dieser Art von Aktiven mit Mitgliedern ist in meinen Augen eine totale Disqualifizierung des so Handelnden. Er hat in meinen Augen nicht die Andeutung eines Rechts auf seinen Posten im Klub. Wird dem so Handelnden aber von der Mehrheit der Klubverantwortlichen KEIN Rücktritt nahegelegt, dann würde ich in so einem Fall davon ausgehen, dass es entweder der Mehrheit der Klubverantworlichen vollkommen egal ist, wie ein Aktiver mit den Mitgliedern umspringt oder aber dass die Mehrheit der Klubverantwortlichen dieses Handeln sogar billigt.
Ich überlasse es dem geneigten Leser, zu urteilen, ob in beiden Fällen ein Verein als kaputt zu betrachten ist.