Mittwoch, 28. März 2012

Eurasier und Jagdtrieb / Jagdneigung

Der Link für die Umfrage wurde in 2 Eurasier - Facebookgruppen bekannt gemacht.
Die Mitglieder dieser Gruppen sind nach meiner Auffassung eine gute Mischung aus Vereinsmitgliedern und Nichtvereinsmitgliedern. Die Vereinszugehörigkeiten sind, soweit ich das beurteilen kann, auch nicht auf einen oder wenige Verein konzentriert.
Ich glaube, dass das Ergebnis der Umfrage aufgrund der Ausgewogenheit des Teilnehmerkreises, eine gute Stichprobe über die Mitglieder der FB Gruppen darstellt.
Da die Facebookgruppen selbst, nach meiner Meinung, auch einen guten Querschnitt über die Eurasierbesitzer widerspiegeln, halte ich das Ergebnis in gewissen Rahmen durchaus für repräsentativ.
In der Umfrage wurde ausdrücklich nach der EIGENEN Bewertung der Jagdneigung des jeweiligen Eurasiers gefragt. Die Skala reichte von 1 (= Jagdneigung nicht vorhanden) bis 7 (=extreme Jagdneigung).

Gerade für Erstinteressenten für einen Eurasier sind die Einschätzungen von Eurasierhaltern eine wichtige Beurteilungsgrundlage, ob ein Eurasier für sie geeignet ist. Man stelle sich die Überraschung vor, die einem Neubesitzer eines Eurasiers bereitet wird, wenn ihr Hund plötzlich aufgrund der Sichtung eines Rehes durchgeht und der Erstbesitzer davon ausgegangen ist, dass ALLE Eurasier grundsätzlich keine Jagdneigung aufweisen.

In meinem Verein, dem EKW, wurde vor nicht langer Zeit eine umfassende Umfrage zum Verhalten der Eurasier gemacht. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden sicher in absehbarer Zeit in unserer öffentlich zugängigen Vereinszeitung (der EP - Eurasierpost) veröffentlicht. Dort wurde auch über die Jagdneigung der Eurasier gefragt. Man kann also gespannt sein, ob die Befragung in meinem Verein eine ähnliche Tendenz zeigt, wie die kleine Befragung in den 2 FB - Gruppen.

Wen man sich den FCI Standard des Eurasiers anschaut (siehe Link), dann steht dort: OHNE Jagdtrieb.
Wir besitzen im Moment 2 Eurasierhündinnen und hatten davor ebenfalls eine Eurasierhündin. Alle 3 Hündinnen waren bzw. sind ganz sicher NICHT OHNE Jagdtrieb. Sobald ein Reh oder eine Katze in SICHT ist, gehen bei unseren beiden aktuellen Hündinnen alle Sicherungen durch. Das war bei der Vorgängerin nicht anders.
Die kleine Umfrage scheint dies durchaus zu bestätigen, geben doch nur 6.5 % der Teilnehmer an, dass bei ihren Eurasiern die Jagdneigung gar nicht vorhanden ist.

Es stellt sich die Frage, ob die Angabe im Standard "OHNE JAGDTRIEB" tatsächlich gerechtfertigt ist. Kommt man zu dem Ergebnis, dass die Angabe "OHNE JAGDTRIEB" nicht gerechtfertigt ist, dann bin ich der Meinung, dass man den Standard anpassen sollte.


Übersicht Jagdneigung Eurasier

Samstag, 17. März 2012

Hundewitz des Tages

Ein Mann ruft bei der Polizei an und sagt: " Bitte kommen Sie schnell. Da sitzt ein Postbote auf einem Baum in meinem Garten und ärgert meinen Pitbull."

Mittwoch, 14. März 2012

Eine Verwandte unserer Briska in Österreich


Wie schön es doch sein kann, sich auf die Suche nach Verwandten seines Hundes zu machen.
Briskas Papa ist ein Schweizer, Dream vom Rychenberg.
Und Dream ist auch der Vater des B-Wurfes von den Wolfswiesen.
Und siehe da, Benny von den Wolfswiesen, ein Halbbruder unserer Briska ist der Vater einer in Österreich lebenden Schönheit, Isabelle Inegra von Massow Krumau.
Hier gehts zu ihrem Steckbrief: http://eurasier.meinehomepage.com/nav_steckbrief.php

Viele Grüße sendet Briska an die liebe Halbnichte.

Dienstag, 13. März 2012

Fanatismus in der Hundezucht


In den vielen Jahren, die ich mich mit der Eurasierzuchtwelt beschäftige, sind mir immer wieder Menschen begegnet, die in die Fanatismusfalle getappt sind.
Wenn man in Hundezuchtangelegenheiten nur noch eine Meinung als „zulässig“ propagiert, dann nenne ich dies Fanatismus.
Wenn man Andersdenkende in z.B. Facebookgruppen ohne Auseinandersetzung mit deren Meinung als „gefährlich“ bezeichnet, dann nenne ich das Fanatismus.
Wenn man Züchter, die NICHT in bestimmten Vereinen oder Verbänden züchten, grunsätzlich als Wildzüchter, Schwarzzüchter, Vermehrer usw. usf. bezeichnet, NUR eben WEIL diese Züchter NICHT in besagten Vereinen oder Verbänden züchten, dann nenne ich das Fanatismus.

Wie kommts?

Es lohnt,einen Blick darauf zu werfen, wie Fanatismus in Hundezuchtangelegenheiten zustande kommt, da das Wissen darüber davor bewahren kann, in die Fanatismusfalle zu tappen. Das gemeine an der Sache ist, dass man oft ohne jegliche Schuld in diese Falle tappt.
Die Gefahr beginnt schon, wenn ein Interessent sich damit auseinandersetzt, sich einen Hund zu kaufen. In unserer vernetzten Welt ist in nahezu allen Fällen das Internet zumindest ein wichtiger Informationsfaktor. Die Interessenten versuchen,  über die diversen Internetseiten an einer Züchter oder einem Verein zu gelangen. Dabei ist in der Regel nicht das Wissen über Zuchtangelegenheiten das Entscheidende. 
In vielen Fällen entscheidet „der Bauch“ darüber. Gefällt einem das Umfeld, die Bedingungen, unter denen der jeweilige Züchter eben züchtet, auch persönliche Sympathie kann oft entscheiden, nicht zu vergessen sind auch Empfehlungen von Freunden und Bekannten. Dies ist an sich nicht das schlechteste Vorgehen, wenn es da nicht bereits die Gefahr gäbe, an Fanatiker zu geraten.
Gefahr ist nach meiner Auffassung schon geboten, wenn ein Züchter SEHR BETONT auf seinen Verein oder Verband hinweist. Noch gefährlicher wird es, wenn gar andere Vereine oder Verbände oder auch nichtorganisierte Züchter explizit diskreditiert werden. Höchste Gefahr ist geboten, wenn einem Interessenten gegenüber, der ja in der Regel kein detailliertes Wissen über Zucht besitzt, Methoden aus der neurolinguistischen Programmierung angewendet werden. Welchen Sinn machen rhetorische Fragen an einem mit der Materie nicht Vertrauten, die Phrasen enthalten wie: „Es ist doch jedem vollkommen klar...“, „Sie werden wohl nicht widersprechen...“, „Da sind sie mit mir doch einer Meinung,.....“.
Die Gefahr, jetzt nahezu allem, was das Gegenüber von sich gibt, zu zustimmen, ist extrem.

Wie sich schützen?

Das wirklich fatale an der Sache ist, dass diese Methoden bei Menschen, die die Methoden NICHT kennen, in den meisten Fällen tatsächlich wirken. Alleine das Wissen um diese Methoden kann einem davor bewahren, dem Gegenüber auf dem Leim zu gehen.
Tappt man allerdings in so eine Falle, dann ist es ungemein schwer, daraus wieder zu entkommen. Man wäre ja plötzlich in der Situation, dass man WIDERSPRECHEN würde.
Mit dem Wissen um diese Methoden ist es kein Problem sich elegant zu wehren. Auf Phrasen der obigen Art (und vergleichbaren, oft noch viel raffinierteren Ansprachen) ist es keine Schande zu antworten, dass man „noch keine Meinung dazu hat und sich diese erst bilden muss.“ oder  „Das mag ihnen klar sein, ich bin da noch Laie.“, oder „Ob ich widerspreche, hängt davon ab, welche Meinung ich mir bilde.“.
Fanatiker kann man mit so gearteten Antworten oft recht schnell entlarven, denn sie werden in den meisten Fällen jetzt eine plötzliche Distanz zeigen, die im direkten Widerspruch zu der oft überfreundlichen Behandlung zu Beginn des Kontaktes steht.
Gute Züchter, die mit Herz, Verstand, Tierliebe, hoher Kompetenz und Überzeugung arbeiten, haben diese Tricks nicht nötig. Sie werden offen und bereitwillig von sich aus Auskunft geben, das Umfeld zeigen, die Tiere an die Interessenten ranlassen und in den meisten Fällen spürt man die Begeisterung dieser Menschen für ihre Tiere. Diese Züchter haben es nicht nötig, mit ihrem Verein oder Verband zu trumpfen oder gar andere Züchter, Verbände oder Vereine zu diskreditieren. Sie überzeugen durch das, was sie dem Interessenten zeigen und offen legen. Das soll nicht heissen, dass ein Züchter nicht auf seinen Verband oder Verein stolz sein darf, im Gegenteil, den besten Dienst für seinen Verein oder Verband erweist so ein Züchter dadurch, dass er seine Welpeninteressenten von SICH und seinen Tieren aber auch von seinen Ansichten zur Zucht und zum Tierschutz überzeugt, nicht von seinem Verein oder Verband.
Vor der Fanatismusfalle kann natürlich, und das darf nicht unerwähnt bleiben, auch und gerade fundierte Sachkenntnis bewahren. Damit ist für die Interessenten allerdings die Mühe verbunden, sich Sachkenntnisse anzueignen. Es muss nicht sein, dass man sich vor dem Kauf eines Rassewelpen zum Zuchtexperten weiterbildet. Aber einige wenige Grundkenntnisse sind in jedem Falle hilfreich. Grundkenntnisse über Tierschutz und artgerechte Haltung sollte man sich in jedem Falle aneignen. Hat man bereits einige Rassen in der engeren Auswahl, dann ist es sinnvoll, sich über die rassespezifischen Krankheiten zu informieren und so auch in der Diskussion mit dem Züchter zeigen, dass man es ernst meint mit der Rasse. Gute Züchter werden nach meiner Meinung dies sogar begrüßen und kompetent fördern.

Was tun, wenn man in die Fanatismusfalle gegangen ist?

Hier tut sich eine Art Katze-Schwanz-Problem auf. Wie soll ein Fanatiker erkennen, dass er in eine Fanatismusfalle getappt ist? Dies OHNE Hilfe von Dritten zu erkennen, ist nach meiner Meinung nahezu unmöglich.
EINE Möglichkeit allerdings könnte sich ergeben, wenn man sieht, dass die Ansicht, die man so fanatisch vertritt, irgendwie nicht so recht den Rest der Welt begeistert. Wenn man wahrnehmen muss, dass um einen herum tatsächlich auch andere Ansichten in der Zuchtwelt Erfolg haben, dann könnte man eine Chance haben, zu erkennen, dass man in einer Falle sitzt.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass Fanatismus auch die Wahrnehmung einschränken kann. Dies passiert umso eher, je mehr man sich NUR mit gleichgeschalteten Fanatikern umgibt. Dann wird schnell „der Rest der Welt“, der NICHT die eigene Meinung vertritt, zum „bösen Feind“.
Ansonsten sehe ich keine reelle Chance, ohne Zuspruch von Dritten aus dieser Falle zu entkommen. 

Fazit:
Fanatismus in der Hundezucht ist, wie in allen Fällen von Fanatismus, letztendlich gefährlich. Nicht nur für die vom Fanatismus gefangene Person ist es eine Gefahr für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, es ist auch eine Gefahr für die Rassehundezucht an sich. 
Ich habe aufgezeigt, dass die Gefahr, in die Fanatismusfalle zu tappen und selbst zum Fanatiker zu werden, bereits anfängt, wenn man sich nach einem Hundewelpen umschaut. Gerät man einem Fanatiker in die Fänge, so ist es ohne entsprechende Kenntnisse nahezu unmöglich zu entkommen. Mit dieser Methode festigen Fanatiker ihre eigene Stellung, man scharrt Anhänger um sich.
Gerade für Ersthundekäufer ist die Gefahr riesig, da das entsprechende Fachwissen normalerweise fehlt und man so ein leichtes Ziel für entsprechende Fanatiker bietet.

Sonntag, 11. März 2012

Bucher an EKW Vorstand - Mayday,Mayday

Nachdem ich am 24.2.2012 via Mail einige Fragen an meinen Vorstand gestellt habe und am 5.3.2012, nachdem ich keine Antwort bekommen habe, noch einmal an mein Mail erinnert habe und ich bis heute noch immer keine Antwort bekommen habe, mache ich mir Sorgen.
ICH BITTE UM EIN LEBENSZEICHEN DES Vorstandes!!

Adlin de Brevis - Eurasierhündin - 3 Jahre

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Briska zum Crutzen - Eurasierhündin - 11 Jahre

Mittwoch, 7. März 2012

Die Rasse Eurasier auf gutem Weg?


In den letzte 5-8 Jahren hat sich die Zuchtwelt der Hunderasse Eurasier stark verändert. Wie man z.B. hier sieht
(http://www.vdh.de/welpenstatistik-liste.html?suche=&sort=Rasse&go=Go%21), ist die Zahl der Eurasierwelpen, die in den 3 VdH Vereinen erzüchtet werden, stark zurückgegangen.
Immer wieder in den letzten Jahren gab es Abspaltungen von den VdH-Vereinen. Gruppen von Züchtern und Haltern waren wohl mit der Vereinspolitik nicht zufrieden und haben neue Klubs gegründet. Diese Klubs sind nach meinem Wissen nicht Mitglied im VdH. Trotzdem züchten diese Klubs wohl erfolgreich Eurasier.
Da ich das Zuchtgeschehen, soweit dies möglich ist, vor allem im Internet aufmerksam verfolge, wage ich die Einschätzung, dass trotz des Rückgangs der Gesamtwelpenzahlen in den VdH Eurasiervereinen die Zahl der jährlich zur Welt kommenden Eurasierwelpen nicht gesunken sondern sogar gestiegen ist.
Diese Einschätzung kommt zustande durch Beobachtung der Veröffentlichungen der Nicht-VdH Vereine einerseits und der aufmerksamen Verfolgung diverser Anzeigenportale im Hinblick auf angebotene Eurasierwelpen.
Ich habe selbst erlebt, dass eingefleischte VdH Vereinsfunktionäre einfach sagen, dass Eurasier, die nicht in einem VdH Verein gezüchtet wurden, ganz einfach keine Eurasier sind selbst wenn beide Elterntiere aus VdH Vereinen stammen. Selbsttäuschung bzw. Eigenkonditionierung ist eine berechtigte Strategie der Spezies Mensch. Ob in diesem Falle allerdings diese Eigenkonditionierung irgendjemanden interessiert, darf angesichts der Erfolge von Nicht-VdH Eurasierzüchtern stark bezweifelt werden. Letztendlich kommt es ja darauf an, was den Eurasierwelpeninteresenten wichtig ist - und wenn meine Schätzung zutrifft, dass zwar die Zahl der Eurasierwelpen innerhalb von VdH Vereinen abgenommen hat, die Gesamtzahl der Eurasierwelpen aber wohl eher zugenommen hat, dann kommt man zu der Einsicht, dass es für die Eurasierkäufer wohl nicht so wichtig ist, aus welchem Verein bzw. welchem Verband die Welpen stammen.
Es steht natürlich den VdH Vereinen frei, diese naheliegende Vermutung nicht gebührend zur Kenntnis zu nehmen. Mir stellt sich allerdings die Frage, ob dies auf mittlere bis lange Sicht nicht letztendlich zur Bedeutungslosigkeit der VdH Vereine führt.

Sieht man diese Entwicklung allerdings aus der Sicht der Rasse Eurasier als Gesamtheit, dann glaube ich, dass die geschilderte Entwicklung der Rasse zum Vorteil gereichen kann. Gab es bisher 3 tonangebende Zuchtvereine (die 3 VdH Vereine), so kommen nun neue Vereine (Nicht-VdH Vereine) zum Zug. Jeder dieser Vereine ist laut seinen Satzungen der Gesundheit der Tiere verpflichtet.
Es besteht die Chance, VdH Tiere mit Nicht VdH Tieren zu verpaaren. VdH Tiere, die aus verschiedenen VdH Vereinen kommen, können öfter miteinander verpaart werden. Alles in allem sind die Chancen zur Diversifizierung gewachsen. Damit kann sich der Genpool stärker durchmischen, die genetische Vielfalt kann zunehmen. Man könnte sogar arg polemisch sagen, dass die Chancen für die Rasse als Gesamtheit mit der Uneinigkeit der Vereine und innerhalb der Vereine und den daraus resultierenden Zuchtvereinsneugründungen immer besser werden.
Verschiedene Ansichten in den Zuchtprinzipien müssen für eine Rasse nichts schlechtes bedeuten solange man die Gesundheit der Zuchttiere vernünftig bewertet und zur Grundlage von Zuchtentscheidungen macht. Nicht die Ansicht eines oder weniger Züchter ist die für alle Zeit richtige, die kluge Synthese vieler Ansichten bzw. deren gleichberechtigtes Nebeneinander ist nach meiner Meinung der richtige Weg, eine Hunderasse in eine gute Zukunft zu führen. Wenn dies nur durch Zuchtvereinsneugründungen möglich ist und nicht innerhalb eines Vereines, dann kann man durchaus den Standpunkt vertreten, dass zum Wohle der Rasse Eurasier noch viele Vereine gegründet werden sollen.
Dass mit dem Erfolg von neugegründeten Vereinen die Bedeutung von bestehenden Vereinen zwingend sinken muss, sehe ich nicht als unvermeidbare Konsequenz. Es kommt auf die jeweiligen Vereine an, die Realitäten richtig zu bewerten und entsprechend zu reagieren. Wenn Vereine aufgrund von Abspaltungen Einbußen in Form von z.B. rückläufigen Welpenzahlen haben, dann kommt es darauf an, ob sie einerseits in der Lage aber auch andererseits gewillt sind, den Ursachen auf den Grund zu gehen und den Ursachen entgegen zu wirken.