Mittwoch, 23. Mai 2012

Der Eurasier des Jahrtausends

Am 20.5.2012 veranstalteten wir die private Spezialrassehundeshow für Eurasier “Jahrtausendeurasier” bei uns in Weil der Stadt / Merklingen. In unserem Garten vor dem Haus fanden sich 744 Eurasier ein, die alle den begehrten Titel “Eurasier des Jahrtausend” einheimsen wollten. 
Da ich davon überzeugt bin, dass es für einen Ausstellenden von Vorteil ist, wenn der Richter in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu ihm steht, beschloss ich kurzerhand, selbst als Richter zu fungieren. 
Wir teilten die Hunde in genau 744 Gruppen ein. Die Teilnehmer konnten eine freiwillige Teilnahmegebühr direkt bei einem Pokalhändler einzahlen und sich dafür einen schönen Pokal aussuchen. Da in jeder Gruppe genau ein Hund war, war jeder Hund Gruppensieger seiner Gruppe, und zwar unangefochten. 
Diese Regelung hatte den Vorteil, dass ich als Richter so gut wie nichts zu tun hatte, da ja eh jeder Hund ein Sieger war. Den Besitzern war der Stolz über ihre super platzierten Hunde ins Gesicht geschrieben und keiner war enttäuscht. 
Dann kam der große Moment, den Jahrtausendsieger zu verkünden. Wie nicht anders erwartet, gewann den Titel unsere Briska zum Crutzen. Sie erreichte die bisher nie vergebene Beurteilung von super-hyper-ultra-archi-trans-vorzüglich.
Unter dem tosenden Applaus der Anwesenden nahm ich aus meiner Hand den Pokal für den besten Eurasier des Jahrtausends entgegen. Da der Titel des Eurasiers des Jahrtausend nun ja für 1000 Jahre vergeben ist, werden wir nächstes Jahr den Wettbewerb “Eurasier des Jahrzehntausend” veranstalten. Da die natürlichen Zahlen Gott sei Dank nach oben nicht beschränkt sind, können wir jedes Jahr einen Wettbewerb veranstalten und einfach eine Null an die Zahl anhängen. 
Dass die Gewinner immer aus meinem Hause kommen werden (zumindest solange wir Eurasier haben), tut der Veranstaltung gut zu Gesicht. Kein Teilnehmer wird so enttäuscht und jeder weiß von vorneherein, wer gewinnt. Die flexible Gruppeneinteilung sichert jedem Hund einen Siegertitel zu. 
Die stolzen Siegerhundebesitzer waren sich einig, dass es eine wunderschöne und gut organisierte Veranstaltung war, die sie auch im nächsten Jahr gerne wieder besuchen werden.

Wichtige Bemerkung der Autors: Da ich leider davon ausgehen muss, dass einige Leser diesen Bericht für bare Münze nehmen, weise ich ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesem Bericht um eine frei erfundene Satire handelt, die keinen Anspruch auf Realität erhebt.

Dienstag, 8. Mai 2012

Eurasisches Meinungsmonopol

Manchmal erlebt man Dinge, die man so nicht ganz glauben kann, da sie sich als so bizarr und irgendwie anachronistisch darbieten, dass einem im ersten Moment die Worte fehlen. 
Von so einem Erlebnis möchte ich berichten. 
 In einem Internetforum, in dem sich Eurasierliebhaber austauschen, habe ich vor vor kurzem einen Link auf eine Anzeige gepostet. In dieser Anzeige wurde ein Wurf einer Eurasierhündin angepriesen. Der Vater der Welpen war ein Wolfspitz. Als kurzen Kommentar habe ich dazu nur geschrieben, dass wohl erneut eine Neueinkreuzung in der Rasse stattgefunden hat.  In der Anzeige wurden auch einige Fotos gezeigt, die unter anderem die Hündin und ihre Welpen im Stroh zeigten. 
 Gleich der erste Kommentar auf meinen Beitrag sollte aufzeigen, wohin die Reise gehen sollte. Darin wurde kritisiert, dass es ich ja um keine Einkreuzung handelt, da dieser Wurf ja nicht unter der Kontrolle von einem der etablierten Vereine durchgeführt wurde. Es entspann sich eine Diskussion, in deren Verlauf unter anderem angedeutet wurde, dass ja dieser Wurf wohl aufgrund der Bilder von Welpen im Stroh niemals den korrekten Haltungsbedingungen entsprechen könnte. 
Alleine aufgrund dieser Fotos so etwas zu behaupten, erschien mir recht gewagt und ich habe dies auch so kommentiert. Da ich meinen Standpunkt sachlich aber bestimmt dargelegt habe und den Vorgriffen bzw. massiven Vorhaltungen anderer Meinungsmonopolisten wiederstanden habe, musste wohl ein Meinungspolizist eingreifen. 
Plötzlich wurde die Sache nicht mehr Gegenstand der Diskussion sondern es begannen persönliche Angriffe auf meine Person. Vorgetragen wurden diese von einer bezüglich Meinungsäusserung in Eurasierdingen stark voreingenommenen Person, die keine Scheu davor hat, Meinungen, die der ihren nicht entsprechen, mittels persönlicher Verunglimpfung der in ihren Augen nicht einsichtigen Person, zu diskreditieren. Da ich auf den ersten Angriff dieser Person noch eher beschwichtigend und deeskalierend reagiert habe, wurden sofort schwere Geschütze aufgefahren. Ich wolle mich nur profilieren, ich würde geifernd reagieren, etc. 
Damit nicht genug. Es wurde die gesamte Armee der eurasischen Meinungsmonopolisten aktiviert. Und es kam wie es kommen musste. Keiner, der in diesem Forum Anwesenden hatte den Mut, die Wahrheit zu benennen. Es ging und geht immer und immer wieder nur darum, Meinungen, die einer bestimmten Gruppe nicht genehm sind, mit allen Mitteln zu bekämpfen. 
Die Diskussion wurde vom Thema weg geführt und es ging nur noch darum, MEINE PERSON zu diskreditieren. Es wurde sich auch nicht gescheut, in privaten Nachrichten meine Person zu verunglimpfen. Der Administrator der Gruppe hat dann zu guter Letzt mich aus dem Forum entfernt. Dies tat er, obwohl jeder und somit auch er genau nachlesen konnte, dass ich es war, der als Person angegriffen wurde. Bezeichnend dann das Gejubel der Mitläufer, die den Sieg der allseits bekannten Meinungspolizisten frenetisch feierten. Wie gut, dass man in diesem Forum auch noch mit einem anderen Account Mitglied ist. 
Beschaut man sich diesen Vorgang in aller Ruhe, dann kommt man zu dem Schluss, dass Meinungsvielfalt und vor allem Toleranz in Dingen der Eurasierzucht wohl in den Augen einiger so gefährlich sein könnten, dass diese Gruppe alles daran setzt, andere Meinungen als die ihre auch mit Mitteln zu bekämpfen, die man in einer zivilisierten Gesellschaft nicht mehr vermuten würde. 
 Ich glaube allerdings fest daran, dass diese Methoden letztendlich genau das Gegenteil bewirken. Bezeichnend auch, dass die Zahl der Beiträge in dem Forum nach dem Vorfall deutlich zurückgegangen ist. Foren, in denen eurasische Meinungspolizisten für Ordnung sorgen, sind in der Regel leicht zu erkennen. Beiträge, die die Eurasierwelt kritisch hinterfragen, sind dort so gut wie nie zu finden. Ganz besonders auffällig ist auch, dass man grundsätzlich die Meinungsfreiheit als höchsten Gut proklamiert, aber eben nur so lange, wie es den Meinungspolizisten nicht für gefährlich für den Frieden in der Eurasierwelt erscheint. Spätestens dann wird eingeschritten - und zwar mit allen Schikanen.